Im Burgenland bisher 88 Anstellungen. Im Burgenland wurde mit der Anstellung pflegender bzw. betreuender Angehöriger im Vorjahr begonnen. Das Anstellungsmodell stellt eine von 21 Maßnahmen im "Zukunftsplan Pflege" dar, womit Pflege und Betreuung im Burgenland langfristig abgesichert werden sollen. Nach Angaben aus dem Büro von Soziallandesrat Christian Illedits (SPÖ) befinden sich bereits 88 Personen in einem Dienstverhältnis.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 06. Februar 2020 (13:19)
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Angestellt wird jeweils zum Monatsersten. Derzeit lägen insgesamt 109 positiv behandelte Anträge vor (71 Frauen und 38 Männer). Die höchste Nachfrage gebe es bei einem Pflegebedarf in Stufe 4: 41 Personen ließen sich anstellen, um Angehörige in Pflegestufe 4 zu betreuen, 34 Personen seien es in Pflegestufe 3, 29 Personen in Pflegestufe 5 und fünf Personen in den Pflegestufen 6 und 7.

Den Berechnungen des Landes zufolge komme das Anstellungsmodell im Burgenland für bis zu 600 pflegende bzw. betreuende Angehörige infrage. Würden all diese 600 Personen gleichzeitig angestellt, so wäre ein Budget von 13 Millionen Euro jährlich erforderlich. Da die Anstellungen schrittweise erfolgen, wurde im Projektstart-Jahr 2019 eine Million Euro budgetiert, für das laufende Jahr 2020 seien es 5,4 Millionen Euro.

Am 1. Oktober 2019 war die gemeinnützige Landestochter Pflegeservice Burgenland GmbH (PBS) gegründet worden. Am 1. November 2019 gingen die ersten Angehörige ein Dienstverhältnis mit der PBS ein. Ausschlaggebend für eine solche Beschäftigung sind viele Faktoren, unter anderem die Pflegestufe der zu pflegenden bzw. betreuenden Person und die Erwerbsfähigkeit des Angehörigen.

Absicherung und Entlastung für pflegende Angehörige

Ziel des Anstellungsmodell sei die Absicherung und Entlastung pflegender bzw. betreuender Angehöriger. Das Modell sei einzigartig, finde Beachtung in Österreich und Europa und vermöge zum neuen Role Model zu werden, hieß es aus dem Büro des Soziallandesrates.

Den pflegenden bzw. betreuenden Angehörigen beschere das geregelte Dienstverhältnis Sicherheit durch ein festes Einkommen bis zu 1.700 Euro netto, laufende Pensionsjahre und Sozialversicherung. "Eine verpflichtende Grundausbildung sichert die Qualität und durch weiterführende, kostenlose Heimhilfeausbildungen soll langfristig Personal für den Pflegebereich gewonnen werden," stellte Illedits fest: "Pflege und Betreuung sind auch bestimmende Arbeitsmarktfaktoren. Die neuen Herausforderungen sind eine Chance für die Weiterentwicklung des Berufsfeldes."