Müllentsorgung im "verkehrten Supermarkt". Der Burgenländische Müllverband plant die flächendeckende Errichtung regionaler Abfallsammelstellen. Noch heuer soll mit dem Pilotprojekt in Heiligenkreuz (Bezirk Jennersdorf) gestartet werden.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 26. März 2019 (13:00)
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Geschäftsführer Johann Janisch, Obmann Markus Szelinger und Obmannstellvertreter Josef Korpitsch präsentierten die Pläne für die regionalen Abfallsammelstellen, die Restmüllanalyse 2018 sowie ein EU-Projekt zur nachhaltigen regionalen Ressourcennutzung.
Michaela Grabner

Um die Trenngenauigkeit bei Sperrmüll zu verbessern und damit bessere Verwertungsmöglichkeiten im Sinne der Ressourcenschonung und der Kreislaufwirtschaft zu erreichen, will der Burgenländische Müllverband künftig auf regionale Abfallsammelstellen setzen. Diese sollen ein Einzugsgebiet von mindestens 8.000 Einwohnern haben. Ein Pilotprojekt für neun bis zehn Gemeinden soll noch heuer in Heiligenkreuz errichtet werden.  "Die Sammelstellen funktionieren wie ein verkehrter Supermarkt. Man fährt mit einem Wagen durch und wird seinen Sperrmüll los", erklärt BMV-Obmann Markus Szelinger.

Neben der besseren Verwertungsmöglichkeiten aufgrund einer besseren Trennqualität sieht Szelinger auch für die Kunden viele Vorteile.  "Es können bessere Öffnungszeiten  - wöchentlich viele Stunden -  und bessere Möglichkeiten zur Entsorgung durch Mietautos angeboten werden.  Außerdem soll die Benützung  gratis sein und über die Müllgebühr mitfinanziert werden." Das System der regionalen Abfallsammelstellen soll über einen Zeitraum von mehreren Jahren flächendeckend im ganzen Burgenland umgesetzt werden.

MIt dem Ziel die Trennqualität zu steigern und Müll zu vermeiden, hat der BMV auch 2018 wieder Restmüllanalysen durchführen lassen. Demnach produziert jeder burgenländische Haushalt im Schnitt rund 120 Kilogramm Abfall pro Jahr. Die größten Anteile sind Organik (27,5 Prozent) wie Gartenabfälle und Lebensmittel.  "13 Prozent sind vermeidbare Lebensmittel, teils noch ungeöffnet, teils noch mit gültigem Ablaufdatum. Hier bedarf es noch mehr Aufklärung", betonte BMV-Obmannstellvertreter Josef Korpitsch.