Burgenland fördert Pflichtpraktika bei Unternehmen. Das Burgenland vergibt in diesem Sommer erstmals eine Förderung für Unternehmen, welche Schülern Plätze für Pflichtpraktika zur Verfügung stellen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. Juni 2017 (14:49)
BVZ/ORF, Leitner
Landesrat Alexander Petschnig

Dabei werde die Hälfte des Praktikumsentgelts bis maximal 500 Euro übernommen, meinte Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) bei der Präsentation am Donnerstag. 300.000 Euro seien für die Initiative reserviert.

„Das ist ein positives Signal für die burgenländischen Betriebe“, begrüßt der stellvertretende Wirtschaftskammer-Direktor, Harald Schermann, die Ankündigung von Landesrat Alexander Petschnig.

Für Jugendliche, die im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum absolvieren müssen, sei es oftmals schwer einen Platz finden, berichtete der Ideengeber für die Initiative und Landesobmann des Ring Freiheitlicher Jugend, Konstantin Langhans. Laut Petschnig würde es bei den Unternehmen Vorbehalte gegen Praktika aufgrund des erhöhten Kosten- und Zeitaufwands geben. Durch die Förderung solle zumindest das Kostenargument abgemildert werden. Ein Wunsch der Wirtschaftskammer werde hier umgesetzt. 

Voraussetzung für die Förderung ist, dass das privatwirtschaftliche Unternehmen seinen Sitz oder eine permanente Betriebsstätte im Burgenland hat. Die Schüler müssen eine berufsbildende höhere oder mittlere Schule besuchen und aus dem Burgenland stammen. Bis zu fünf Plätze pro Betrieb bzw. Betriebsstätte können gefördert werden. Die Abwicklung übernimmt die Wirtschaft Burgenland. Ab 1. Juli können die Anträge gestellt werden.

Die burgenländischen Betriebe bekennen sich zur Ferialpraxis: Im Vorjahr haben im Burgenland rund 1.100 Betriebe über 1.200 Jugendlichen die Möglichkeit geboten, in ihren Unternehmen Erfahrungen für das Berufsleben zu sammeln.

Offen sei leider noch die rechtliche Seite, wo Gewerkschaft und Arbeiterkammer sich nach wie vor wenig kooperativ zeigen, so Schermann: „Wir wollen auch hier Rechtssicherheit für die Betriebe, denn derzeit sind versicherungstechnische und entgeltmäßige Regelungen für Ferialpraktikanten nur in wenigen Branchen in den Kollektivverträgen geregelt.“