"Summer Splash"-Veranstalter insolvent. Die "Splashline" des Grafenschacheners Didi Tunkel, die unter anderem die Maturareise "Summer Splash" veranstaltet, rutscht durch die Coronakrise in die Pleite.

Von Eva-Maria Leeb. Update am 28. Mai 2020 (18:36)
Der Grafenschachener Didi Tunkel musste mit seiner Firma "Splashline" Insolvenz anmelden.
Splashline

Was nach der Absage von "Summer Splash" im Raum stand, wurde nun zur traurigen Gewissheit: die "Splashline" des Grafenschacheners Didi Tunkel muss Insolvenz anmelden.

In einer Aussendung heißt es: "Nachdem es trotz unzähliger Hilferufe an die Wirtschaftskammer und die Regierung zu keinerlei Unterstützungsmaßnahmen gekommen ist, mussten die 'Splashline'-Geschäftsführer Didi Tunkel und Julia Verhounig die einzig mögliche Konsequenz ziehen. Heute, am Donnerstag, 28. Mai, ist die zweiwöchige Frist, innerhalb derer die Kundengelder per Gesetz (§ 10, Abs. 4 PRG) an die Konsumenten zurückgezahlt werden müssen, abgelaufen. Bis dahin hat die 'Splashline'-Geschäftsführung alle Hebel in Bewegung gesetzt, gehofft und gewartet, dass ein für diesen Spezialfall passendes Hilfspaket kommt".

Das Warten und die Hoffnung waren letztendlich vergeblich. "In unserer erfolgreichen 25-jährigen Firmen-Geschichte haben wir alle Krisen überstanden, alles aus der eigenen Liquidität und mit privaten Zuschüssen gestemmt, zuletzt das Terror-Jahr 2016, in dem wir mit rund 9.000 Stornos konfrontiert waren“, erklärt Tunkel.

Im heurigen Geschäftsjahr, das bei "Splashline" am 1. Oktober beginnt, mussten alle geplanten Eventreisen, vom größten Schulskikurs Österreichs, „ÖBB S’COOL“ am Nassfeld, dem „Sound Everest“ Winterfestival am Hauser Kaibling, „Spring Break Europe“ in Novalja in Kroatien, „Brass Palmas“ auf der Insel Krk in Kroatien, die Lehrabschlussreise „LARS“ am Millstätter See und schlussendlich auch „Summer Splash“. Österreichs größte Maturareise, abgesagt werden. 

1,8 Millonen Euro Ausgaben - 0 Euro Einnahmen

"Es stehen im laufenden Geschäftsjahr 1,8 Millionen Euro Ausgaben null Euro Einnahmen gegenüber. 15.000 schon fix gebuchte Kunden waren aufgrund eines kleinen, unsichtbaren Virus über Nacht einfach weg. Die erste Absage hat uns fünf Tage vor Start quasi über Nacht getroffen, völlig schuldlos, und plötzlich ist man nur noch Passagier. Nachdem es vom Staat für solche Fälle offenbar keine Unterstützung gibt, haben wir heute als einzig mögliche Konsequenz die Insolvenz angemeldet. Das Wichtigste ist und war uns immer, dass die Maturanten und ihre Eltern die Anzahlungen zurückbekommen, und zwar bar aufs Konto. Das ist mit diesem für uns extrem schmerzhaften Weg gewährleistet, denn diese Rückzahlungen von über 1 Million Euro kann auch ein gesundes Unternehmen wie 'Splashline' nicht verkraften, das kann nur die Insolvenzversicherung abdecken, deshalb auch dieser Schritt“, sagt Tunkel.

1995 hat Tunkel die "Splashline", ursprünglich als „Tu´ Die Reise“,  gegründet, 2019 feierte "Summer Splash“ das 20-jährige Jubiläum. Für heuer war man beim Veranstalter bestens gerüstet, alle geplanten Events waren ausgebucht.

„Es ist mehr als schmerzhaft, ich verliere mein Lebenswerk, muss 18 fixe MitarbeiterInnen kündigen, rund 200 Event- und Vertriebsleute verlieren ihren Job. Aber die Absage von 'Summer Splash' und die Rückzahlung der Anzahlungen an unsere Kunden sind für mich aus ethisch-moralischen Gründen alternativlos, somit ist auch dieser Schritt alternativlos. Skrupelloses Stornogebühr-Einkassieren oder ´Gutschein-Tricksereien´ in einer für viele Menschen so schwierigen Zeit, kamen für uns von Anfang an nicht in Frage“, erklärt der Grafenschachener, der sich bei den Gesellschaftern, den langjährigen Mitarbeitern, seinen Kunden und Partnern bedanken möchte. "Danke, dass ihr so sehr hinter uns steht, auch in dieser Stunde. Wir schauen mit Stolz zurück auf die Erfindung der Event-Maturareise, auf die stetige Entwicklung der 'Splashline: und vor allem auf die glücklichen Gesichter, die Emotionen sowie die berührenden und positiven Feedbacks unserer Kunden. Es war sehr schön, es hat uns gefreut, für euch dazu sein“, so Tunkel.