Spritpreis als Öffi-Werbung

Erstellt am 30. Juni 2022 | 04:33
Lesezeit: 2 Min
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Klimaticket und Benzinpreis sorgen für volle Züge.
Foto: shutter-stock/Alexandre Rotenberg
Die hohen Spritpreise schaffen, was die Klimapolitik nicht geschafft hat: Immer mehr tauschen PKW gegen Zug und Bus.
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Der subjektive Eindruck vieler Pendlerinnen und Pendler aus dem Burgenland täusche nicht, bestätigt der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) auf BVZ-Nachfrage: Zwar liegen die aktuellen Zahlen noch nicht alle vor, aber jedenfalls seien die Züge und Busse nach Wien derzeit nicht nur gut ausgefüllt, sondern teilweise noch besser als im Rekord-Jahr 2019.

Viele Strecken seien bereits an den Kapazitätsgrenzen. An diesen sieht sich auch die ÖBB angelangt, dazu kommt, die Sommerferien-Aktion für Schülerinnen und Schüler. Daher stocken die ÖBB am kommenden Wochenende die Anzahl der Sitzplätze bundesweit um über 9.000 auf.

Hat der hohe Treibstoffpreis geschafft, was das Klimaticket nicht geschafft hat – die Menschen in Scharen vom PKW in Bus und Zug zu locken?

Ganz so sei es nicht, steht die Mobilitätsorganisation VCÖ hinter der Idee des Klimatickets, mit dem man für den Jahresbetrag von 365 Euro im Burgenland oder für 915 nach Euro nach Wien pendeln kann. Dieses sei ja im Oktober 2021 eingeführt worden. Und damit mitten am Beginn einer Corona-Welle. Die Wirkung des Klimatickets zeige sich jetzt erst. Natürlich verstärkt der Treibstoffpreis über zwei Euro pro Liter diese Tendenz noch weiter.

Davon profitieren auch die Verkehrsbetriebe Burgenland. Die Landestochter betreibt bereits sieben Buslinien und ein Ruftaxi, die Zahlen können sich sehen lassen: 12.000 Gäste hatte die Landestochter 2021 befördert, Ende Mai 2022 waren es schon 13.000. Geschäftsführer Wolfgang Werderits bestätigt: „Wir merken immer, wenn der Benzinpreis gerade gestiegen ist.“ Er hat derzeit 50 Angestellte – und dabei wird es wohl nicht bleiben.

Umfrage beendet

  • Steigt Ihr wegen der Spritpreise auch öfter auf Öffis statt PKW um?