"Burgenland Bonusticket" wird verlängert. Trotz Corona konnte der burgenländische Tourismus im Juli ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr einfahren. Dazu beigetragen hat auch das Bonusticket – dieser finanzielle Anreiz für Burgenländer, im eigenen Bundesland Urlaub zu machen, wird nun bis Ende Oktober verlängert.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Update am 01. September 2020 (15:11)
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Doskozil mit Didi Tunkel
Erfreut über Zuwachsraten für Tourismus (v.l.): Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Hannes Anton (Dachmarke Burgenland).
 
Gollubics

Knapp 450.000 Nächtigungen verzeichnete das Burgenland im vergangenen Juli -  rund 17.500 mehr als letztes Jahr. Dieses Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Juli 2019 bedeute prozentuell gesehen österreichweit den höchsten Zuwachs an Übernachtungen, so Didi Tunkel, seit heute, Dienstag, offiziell Geschäftsführer im Burgenland Tourismus: „Wir profitieren unter anderem von der Nachfrage nach kleinen Zimmereinheiten und individuellen Unterkünften. Die Gewinner im Juli waren Campingplätze, Ferienwohnungen und die Kellerstöckl.“

Als mitverantwortlich für die positive Entwicklung wird das Bonusticket gesehen. Wer im Burgenland mindestens dreimal übernachtet und hier seinen Wohnsitz hat, bekommt vom Land 75 Euro refundiert. 4.360 Tickets wurden bereits eingelöst, 250 Betriebe nehmen an der Aktion teil. Die Zahl von Burgenländern, die im eigenen Land Urlaub machten, stieg um mehr als 54,1 Prozent, hob Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hervor: „Wir dürfen uns über ein sehr positives Feedback von den Betrieben, aber auch von den Gästen freuen und haben uns deshalb dazu entschlossen, das Bonusticket um einen weiteren Monat, also bis Ende Oktober 2020, zu verlängern.“ Doskozil will bis Jahresende aber auch Überlegungen anstellen, das Bonusticket fix und auf Dauer zu etablieren.

Das Burgenland habe mit dem Bonusticket den richtigen Schritt gesetzt, nämlich „nicht in Werbung zu investieren, die verpufft, sondern das Geld im eigenen Land zu lassen“, betonte Hannes Anton, in den vergangenen drei Jahren für den Burgenland Tourismus und nun für den Aufbau der Dachmarke Burgenland zuständig. Die günstige Entwicklung habe sich seiner Einschätzung nach auch im August fortgesetzt, Zahlen würden aber noch nicht vorliegen, so Anton.

Unterstützung für ein erfolgreiches Tourismusjahr 2021 und darüber hinaus werde auch das neue Tourismusgesetz liefern, wo durch eine geringere Anzahl von Regionalverbänden die Kräfte gebündelt werden sollen, wie Landeshauptmann Doskozil ankündigte. Ein entsprechender Entwurf soll noch im Herbst dieses Jahres dem Landtag zugeführt werden.

Wirtschaftskammer für Blick „hinter die Statistiken“

Die burgenländischen Beherbergungsbetriebe seien offenbar „mit einem blauen Auge“ davongekommen, die „vermeintlich schönen Statistikzahlen“ würden aber über die Tatsachen hinwegtäuschen, meinte Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth. Für viele heimische Gastronomie- und Tourismusbetriebe sei die Saison alles andere als gut gelaufen, kein burgenländischer Gastronomiebetrieb könne ohne Feiern wie etwa Erstkommunion, Firmung oder Hochzeiten überleben. „Jeder, der nun nachdenkt wie viele dieser Feste heuer stattfanden, der kann sich ausrechnen, wie es der burgenländischen Gastronomie wirklich geht“, so Nemeth. Was fehle, sei ein langfristiges Konzept für den heimischen Tourismus.