Hannes Anton: Abschied vom Burgenland-Tourismus. Beim Burgenland Tourismus stehen Veränderungen an: Der Vertrag mit Geschäftsführer Hannes Anton, der bis Mitte 2022 laufen würde, wird Anfang September vorzeitig aufgelöst. Anton soll in Zukunft hauptverantwortlich die "Dachmarke Burgenland" betreuen, gab der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Oschep am Dienstag in Eisenstadt bekannt.

Von Redaktion APA. Erstellt am 26. Mai 2020 (13:11)

Der Tourismus sei von der Coronakrise besonders stark betroffen. Als eine Folge dieser Entwicklung wolle das Land den Burgenland Tourismus auf neue Beine stellen - "strukturell, inhaltlich und auch personell", sagte Oschep. Die Stelle des Geschäftsführers bzw. der Geschäftsführerin werde neu ausgeschrieben, Anton bleibe Chef, bis die Nachfolge geregelt sei.

Die Entscheidung sei gemeinsam getroffen worden, betonte Oschep. Man sei sehr stark daran interessiert, die Dachmarke Burgenland zu forcieren: Diese solle "nicht ausschließlich ein Logo sein", sondern das Burgenland inhaltlich repräsentieren. Burgenland habe Umfragen zufolge "sehr positive Imagewerte". Es gebe den Wein, die Kulinarik, die Regionalität, Natur und Sport. Diese "pannonischen Säulen" müsse man in Zukunft versuchen, stärker zu vernetzen, um das Burgenland in Österreich und in späterer Folge - wenn dies wieder möglich sein werde - international besser zu positionieren.

Eine Dachmarke werde in Zukunft "ganz wichtig", beschrieb Anton: Man müsse das Burgenland "noch stärker in die Auslage stellen". Die Entwicklung einer Dachmarke dauere bereits ein paar Jahre an. Bisher sei man, wenn man ehrlich sei, zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen, meinte Oschep. Nun, wo Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) auch zuständig sei für Kultur und Tourismus, sei "eine neue Grundsatzentscheidung gefallen, dass wir dort wirklich sehr viel Energie hineinstecken und diese Dachmarke jetzt wirklich einmal finalisieren."

Bis Mitte Juli soll ein Logo präsentiert werden. Im September oder im Oktober soll dann die Dachmarke in die Landesholding integriert werden.

Anton steht seit 2017 dem Burgenland Tourismus vor. In dieser Zeit habe man "wirklich Erfolge im burgenländischen Tourismus geschrieben", lautete sein Resümee. 2019 sei betreffend Ankünfte und Nächtigungen "ein Rekordjahr" gewesen. Nun gebe es neue Herausforderungen. Der Tourismus sei in der Coronakrise "als einer der ersten Dominosteine gefallen und wird als einer der letzten auch wieder auferstehen".

Corona habe - auch strukturell - viele Problemstellungen aufgezeigt, meinte der aus Kärnten stammende frühere BZÖ- bzw. FPK-Politiker Anton. Die Zeit sei richtig für eine Weichenstellung, die Dachmarke habe "sein großes Interesse geweckt". Burgenland sei auch nicht das erste Land, das diesen Weg beschreite, nannte er Tirol und Südtirol als Beispiele.