Glyphosat: Auch Burgenland bemüht sich um Verbot. Auch im Burgenland ist man bemüht, den Einsatz des Herbizids Glyphosat möglichst zu unterbinden: "Wir im Burgenland halten dieses Gift Glyphosat für sehr bedenklich", sagte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Montag in Eisenstadt vor Journalisten und kündigte Maßnahmen an. So sollen etwa alle Landesstellen per Regierungsbeschluss angewiesen werden, kein Glyphosat zu verwenden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 11. Dezember 2017 (15:26)
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Dass in Europa der Einsatz des Mittels verlängert worden sei, sei für viele unverständlich. "Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass ein Verbot von Glyphosat erreicht wird", stellte Niessl fest.

Im Burgenland gebe es den höchsten Anteil an Biolandwirtschaft "und Biolandwirte brauchen dieses Gift nicht, setzen es auch nicht ein." Dazu komme die wichtige Rolle des Tourismus und der Umstand, dass 33 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz stünden.

Im Burgenland würden bereits Gütesiegel an Gemeinden verliehen, die kein Glyphosat einsetzen. Seit 2014 werde das Herbizid außerdem bei der Erhaltung der Grünflächen an Landesstraßen nicht mehr verwendet. Auch die Landesholding, die 84 Beteiligungen habe, welche zum Teil Grünflächen mitbetreuen, soll angewiesen werden, kein Glyphosat mehr einzusetzen.

Burgenland plant Resolution wie Kärnten

Ähnlich wie Kärnten wolle auch die Burgenländische Landesregierung die Bundesregierung in einer Resolution auffordern, "die notwendigen Maßnahmen zu setzen, um dieses Gift aus Gründen des Schutzes der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in entsprechender Form zu verbieten", sagte der Landeshauptmann.

Weiters wolle man das Pflanzenschutzgesetz dahin gehend ändern, dass es zu einem Verbot der Verwendung von Giften komme. Man wolle alles unternehmen, was rechtlich möglich sei, um Glyphosat nicht zu Einsatz zu bringen.

Greenpeace begrüßt Ankündigung einer "glyphosatfreien Zone"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte in einer Aussendung die Ankündigung, das Burgenland zur "glyphosatfreien Zone" zu machen. "Es ist sehr erfreulich, dass nach Kärnten nun auch das Burgenland plant, das gefährliche Pflanzengift zu verbannen", sagte Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich.

"Solange die Bundespolitik nicht handelt, müssen die Landeshauptleute Verantwortung übernehmen und ihre Bürgerinnen und Bürger sowie die Umwelt vor Glyphosat schützen", stellte Matei fest. Ziel müsse aber weiterhin ein bundesweites Ende des Einsatzes von Glyphosat sein.

Greenpeace hatte in einem offenen Brief alle neun Landeshauptleute dazu befragt, ob sie in ihrem Bundesland den Einsatz von Glyphosat verbieten wollen. Die Ergebnisse sollen morgen, Dienstag, veröffentlicht werden.