Spritverbrauch seit 2010 nur wenig gesunken. In den vergangenen Jahren ist der reale Spritverbrauch der Autoflotte von Burgenlands Haushalten nur geringfügig gesunken. Während Burgenlands Diesel-Pkw im Jahr 2005 pro 100 Kilometer 6,8 Liter verbrauchten, waren es im Vorjahr mit 6,3 Liter nur marginal weniger.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 16. Februar 2018 (12:29)
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Trotz wachsender Zahl von Elektro-Tankstellen sinkt der Spritverbrauch der burgenländischen Autoflotte  nur im Schneckentempo

Als Grund dafür sieht der Verkehrsclub Österreich den weiter anhaltenden Boom bei SUV-Fahrzeugen. "Der Spritverbrauch der burgenländischen Autoflotte sinkt nur im Schneckentempo. Das ist schlecht für die Geldbörse der Autofahrer und belastet massiv die Umwelt", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Im Vorjahr verbrauchten die Diesel-Pkw der burgenländischen Haushalte laut Berechnung des VCÖ rund 6,3 Liter pro 100 Kilometer. Im Jahr 2013 waren es laut Daten der Statistik Austria 6,6 Liter, im Jahr 2005 lag der Durchschnittsverbrauch bei 6,8 Liter. Etwas stärker ist der Rückgang bei den Benzin-Pkw, deren realer Spritverbrauch im Schnitt von 7,9 Liter im Jahr 2005 auf 7,0 Liter im Vorjahr gesunken ist.

 

Der kaum sinkende reale Spritverbrauch hat mehrere Gründe, stellt der VCÖ fest. In den vergangenen zehn Jahren wurden Neuwagen auf den Testzyklus im Labor hin optimiert, nicht jedoch auf einen niedrigen Spritverbrauch beim Fahren auf der Straße. Damit ist der Verbrauch der Neuwagen nur auf dem Papier stark gesunken, die Abweichung des realen Verbrauchs von den Herstellerangaben ist laut Umweltbundesamt auf fast 40 Prozent gestiegen. Technische Fortschritte bei den Motoren werden durch schwerere und PS-stärkere Autos wieder zunichte gemacht. Allein seit dem Jahr 2011 hat sich in Österreich die Zahl der neuzugelassenen Pkw mit mehr als 105 kW (143 PS) auf 109.661 im Vorjahr verdoppelt.

2017 doppelt so viele neue SUVs wie 2010

"Auch der SUV-Boom verhindert eine stärkere Reduktion des realen Spritverbrauchs", nennt VCÖ-Experte Gansterer einen weiteren Grund. Laut deutschem Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer verbrauchen SUV im Schnitt um ein Viertel mehr Sprit als vergleichbare herkömmliche Modelle, das betrifft auch die Kompakt-SUV. Seit dem Jahr 2010 wurden im Burgenland rund 19.650 SUV neu zugelassen, im Jahr 2017 mit 3.494 mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2010.

Wie sehr eine Verringerung des Spritverbrauchs sowohl die Umwelt als auch die Geldbörse der Autofahrer schonen würde, zeigt das folgende Beispiel. Im Schnitt fahren Burgenlands Haushalte mit einem Diesel-Pkw rund 12.800 Kilometer pro Jahr. Verbraucht der Wagen statt 6,3 nur 4 Liter Sprit pro 100 Kilometer, dann sinkt der Jahresverbrauch um rund 290 Liter auf 510 Liter. Die Spritkosten sinken um 320 Euro pro Jahr, die CO2-Emissionen würden um rund 780 Kilogramm pro Jahr sinken, verdeutlicht der VCÖ.

Der VCÖ fordert daher niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen auf der EU-Ebene. Je niedriger der CO2-Ausstoß, umso niedriger der Spritverbrauch. Je mehr CO2 Neuwagen ausstoßen, umso mehr zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen müssen die Mitgliedsstaaten und damit auch Österreich umsetzen. Zudem sind verstärkte Anreize in Österreich nötig, damit beim Autokauf stärker auf den realen Spritverbrauch geachtet wird. Der Spritverbrauch wurde zuletzt aufgrund der gesunkenen Spritpreise weniger beachtet: Heute kostet ein Liter Diesel um 31 Cent weniger als im Herbst 2012 und ein Liter Benzin um 33 Cent weniger.

Auch  Kurzstrecken sind Spritfresser. Auf den ersten zwei Kilometer verbraucht ein Auto deutlich mehr als im Schnitt. Im Burgenland ist fast jede vierte Autofahrt kürzer als zweieinhalb Kilometer, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als 5 Kilometer, macht der VCÖ aufmerksam. Mit der Reichweite von E-Autos könnten übrigens bereits heute fast alle Autofahrten zurückgelegt werden: 91 Prozent der Fahrten von Burgenlands Autofahrern sind kürzer als 50 Kilometer.

Tipps zum Spritsparen

Weitere Spritspar-Tipps: Gleiten statt rasen, rasch in den nächst höheren Gang schalten, vorausschauend fahren und häufiger die Motorbremse einsetzen sowie kurze Strecken nicht mit dem Auto fahren.