Jahrgang 2020: Weinlese mit Sorgenfalten. Im Seewinkel wird bereits Jungwein gelesen, Haupterntezeit wird Mitte September sein. Wie sich der – sehr gute! – heurige Jahrgang verkauft, ist Corona-bedingt aber unsicher.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 28. August 2020 (14:49)
Sorgenfalten. Weinbauverband-Präsident Andreas Liegenfeld und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil schnüren ein Winzer-Hilfspaket.
zVg

In der vergangenen Woche haben Seewinkler Winzer bereits mit der Weinlese begonnen. Gestartet wird dabei mit der Frühreifen Sorte Bouvier. Die Haupternte wird nach Einschätzung vieler Weinbauern aber erst Mitte September beginnen.

Auch die Weinlese beginnt heuer – wie so vieles im Jahr 2020 – unter ungewöhnlichen Vorzeichen. Eigentlich würden laut dem Präsidenten des burgenländischen Weinbauverbandes, Andreas Liegenfeld, die Trauben eine sehr gute Qualität versprechen.

Auch die Quantität stimmt. Aber die anhaltende Corona-Krise hat viele Verkaufskanäle zunichte gemacht: Die Absage von großen Events, der Ausfall vieler Touristen und Export-Erschwernisse belasten die heimischen Winzer.

Ansehnliches Hilfspaket geschnürt

Und noch eine Sorge kommt dazu: „Durch die überdurchschnittlich großen Ernten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 haben wir einen sehr hohen Weinbestand in den Kellern unserer Winzer“, erklärt Liegenfeld.

Gemeinsam mit der Landesregierung und dem Österreich Wein Marketing ÖWM hat er ein ansehnliches Hilfspaket geschnürt: Die Unterstützung für Hoffeste im Wert von 300 (bei Hoffesten an Wochentagen 350 Euro) nahmen bereits 140 Winzer in Anspruch.

Dazu kommt „Auf zum Wein“ (aufzumwein.at), die größte Weintourismus-Kampagne, die das ÖWM jemals gestartet hat. Auch an der Quantität wird gedreht: Heuer nimmt der Weinbauverband mit einer Destillationsaktion zehn Millionen Liter Altwein aus dem Markt. Dabei wird nicht mehr lagerfähiger Wein weiterverarbeitet, etwa zu Desinfektionsmittel – in Corona-Zeiten wiederum ein kostbares Gut.

Als Burgenlands Weinbau-Präsident hofft Andreas Liegenfeld nun, dass gerade in diesen schwierigen Zeiten die Winzer von den Top-Qualität des aktuellen Jahrganges profitieren und der Handel einen fairen Preis bezahlt: „Um Trauben kostendeckend produzieren zu können, müssen mindestens 50 Cent pro Kilogramm bezahlt werden,“ rechnet Liegenfeld vor.