Kühle und Trockenheit! Wetter setzt den Erdbeeren zu. Trockenheit und Kühle sowie der milde Winter ohne viel Schnee waren für die beliebten Früchte nicht besonders förderlich. Jetzt sollte es Wärme und Regen geben.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 09. Mai 2019 (03:27)
Kagai19927 (Erdbeeren-Symbolbild) bzw. zVg/Gemeinde Wiesen (Lisa I.)
Lecker. Die österreichische Erdbeerkönigin Lisa I. präsentiert einen Erdbeer-Korb. Foto: zVg

In Wiesen und den umliegenden Gemeinden bewirtschaften rund 45 Betriebe im Voll- oder Nebenerwerb eine Fläche von etwa 50 Hektar mit Ananas-Erdbeeren.

Seit bald 100 Jahren und in der fünften Generation bauen Hannelore und Markus Habeler in Wiesen Erdbeeren an. „Der Regen in den vergangenen Tagen war für uns Erdbeerbauern Gold wert. In zehn bis 14 Tagen werden wir hoffentlich mit der Haupt-Erdbeerernte starten können, dann kann man auch etwas über die Qualität sagen“, meinen die Erdbeer-Profis.

„Ohne Spritzen mit leichten Mitteln wird es nicht gehen“

Erdbeerbauer Siegfried Koch weiß zu berichten: „Heuer war ein besonders milder, trockener Winter mit kaum Schnee, der die Schädlinge nicht abgetötet hat. Daher wird es ohne Spritzen mit leichten Mitteln nicht gehen. Etwas zur Ernte und zur Qualität zu sagen, dazu ist es jetzt noch zu früh.“

Der Wiesener Obstbaumeister Josef Koch meint: „Heuer wird es schwierig mit den Erdbeeren. Eine sichere Prognose, wie es mit der Erdbeerernte in diesem Jahr ausschauen wird, kann man noch nicht geben. Wir ernten normalerweise um die zwölf Tonnen oder auch mehr. Der trockene, relativ milde Winter, die Kälte und die Trockenheit in den vergangenen Wochen haben den Früchten ziemlich zugesetzt.“ Jetzt wird vorerst einmal abgewartet.

„Mehr Regen und wärmere Tage wären den Erdbeerbauern sehr willkommen. Wir haben gehofft, dass heuer die Ernte früher beginnt, aber da hat der Wettergott einen Strich durch die Rechnung gemacht“, fährt er fort.

Über Qualität kann man jetzt noch nicht reden

„Von der Qualität her kann man jetzt auch noch nichts sagen, dazu ist es noch zwei bis drei Wochen zu früh“, betont der erfahrene Obstbaumeister.

Seit vielen Generationen werden in der Gegend um Wiesen verschiedenste Erdbeersorten in liebevoller Weise kultiviert und das schmeckt man auch. Aufgrund der nährstoffreichen Böden und der milden Klimabedingungen weisen die süßen roten Früchte ein besonders vollmundiges Aroma auf.

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Lecker. Die österreichische Erdbeerkönigin Lisa I. präsentiert einen Erdbeer-Korb. Foto: zVg

Das beliebte Obst wird sowohl frisch nach der Ernte, die von Mai bis Juni dauert, als auch verarbeitet in den verschiedensten kulinarischen Variationen, wie Säfte, Marmeladen, Tees, Liköre oder Erdbeerwein genossen. Jedes Jahr im Juni feiert man traditionell den Ananaskirtag, an dem eine junge Frau aus der Gemeinde zur Erdbeerkönigin gekürt wird. Hier gibt es ausreichend Gelegenheiten, von den zahlreichen weiteren Erdbeerspezialitäten zu kosten.

In Wiesen war eigentlich die Reblaus daran Schuld, dass sich im 19. Jahrhundert ein paar findige Bauern auf den Anbau von Erdbeeren spezialisierten.

Statistisch betrachtet werden jährlich etwa vier Kilogramm pro Kopf von den Österreichern verzehrt. Die Erdbeere gehört zu den kalorienärmsten Obstarten. Ananas-Erdbeeren, wie sie in der Wiesener Genussregion angebaut werden, sind auch Spitzenreiter beim Vitamin-C-Gehalt.