Bezirk Eisenstadt: Kampf den Autobahn-Windmühlen. Der lange Kampf einer Bürgerinitiative gegen die befürchtete Transit-LKW-Lawine schlägt hohe Wellen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 20. November 2019 (05:54)
BIG A3. Edith Ivancsits, Joachim Galler, Elisabeth Kretschmer, Lipkovich Konrad, Brigitte Svoboda, Grete Krojer, Pelikan Wolfgang, Bauer Franz
Markus Wagentristl

Die Bürgerinitiative gegen den A3-Ausbau „BIG A3“ hat einen langen politischen Weg hinter sich: Seit 2003 kämpfen die überparteilichen Aktivisten einen Kampf, von dem viele fürchten, dass es einer gegen Windmühlen ist.

BIG A3. Edith Ivancsits, Joachim Galler, Elisabeth Kretschmer, Lipkovich Konrad, Brigitte Svoboda, Grete Krojer, Pelikan Wolfgang, Bauer Franz.
Markus Wagentristl

In den betreffenden Gemeinden wie Müllendorf, Großhöflein, Eisenstadt, Wulkaprodersdorf, Siegendorf und Klingenbach gibt es unterschiedliche Ansichten zum Ausbau, die Gegner sind sich in einem einig: „Wenn die A3 an die Grenze verlängert wird und dort an die ungarische M85 anschließt, dann ist ein Drittel der Lkw, die derzeit noch auf der A1 fahren, an unseren Gemeinden vorbei“, formulierten Edith Ivancsits (aus Zagersdorf), Joachim Galler (Klingenbach), Elisabeth Kretschmer (Müllendorf), Lipkovich Konrad (Klingenbach), Brigitte Svoboda (Siegendorf), Grete Krojer (Wulkaprodersdorf), Pelikan Wolfgang (Eisenstadt), Bauer Franz (Großhöflein) die Position der BIG A3 bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche.

„Das werden uns noch unsere Enkel vorhalten“

Die Bürgerinitiative hat ihre Argumente gründlich ausgearbeitet, mit dem Thema beschäftigen sie sich ja immerhin schon über eineinhalb Jahrzehnte lang (siehe Zeitachse unten).

Der Stein des Anstoßes: Noch in der Ära der schwarz-blauen Koalition unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) sei auf Wunsch des burgenländischen Landtages im Bundesstraßengesetz die A3-Trassenführung, die damals bis zum Knoten Eisenstadt reichte, um Wulkaprodersdorf und Klingenbach ergänzt worden, erläuterte Wolfgang Pelikan von der BIG-A3. Der damalige Verkehrsminister Hubert Gorbach habe in einem Memorandum of Understanding mit Ungarn vereinbart, „dass sich Österreich verpflichtet, diese Straße zu bauen“, so Pelikan.

Resolutionen aus den Jahren 2003 bis 2006 der Gemeinden Siegendorf, Klingenbach, Zagersdorf und Wulkaprodersdorf hätten schon klar festgestellt: „Wir wollen keine Autobahn“. Was die Bürgerinitiative ärgert: Von Landespolitikern höre man immer, „es wird keine A3-Verlängerung gegen den Willen der Gemeinden geben – wie oft sollen wir denn noch abstimmen, es gibt ja diese Resolutionen bereits“, so Krojer.

Zentralbahnhof Nord. Hier ist er derzeit gelegen.
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Die BIG A3 hat nun einen offenen Brief an die nordburgenländischen Nationalräte verfasst. Diese können einen Initiativantrag ins Parlament einbringen, demzufolge im Verzeichnis 1 des Bundesstraßengesetzes die Gemeindenamen Wulkaprodersdorf und Klingenbach gestrichen werden sollen, damit die A3 wie zuvor als Strecke zwischen Eisenstadt und Guntramsdorf definiert wird.

Generell setzt sich die BIG für einen Ausbau der Schieneninfrastruktur ein. Bereits vor Wochen hat Landesrätin Astrid Eisenkopf mit ihrem Vorschlag eines Hauptbahnhofes Nord aufhorchen lassen. Der Vorschlag sorgt für einigen Gesprächsstoff in Großhöflein. „Die Wogen gehen derzeit hoch“, fasst eine Großhöfleinerin die derzeitige Lage zusammen. Zusätzliche Lärmbelastung wird da vermutet.

Entwarnung hingegen kommt von Großhöfleins Bürgermeister Heinz Heidenreich (SPÖ). „Da ist ein falsches Bild entstanden“, merkt Bürgermeister Heinz Heidenreich an. Seinen Informationen zufolge soll eine eigene Haltestelle Großhöflein mit einer Park&Ride-Anlage geschaffen werden. „Wir wollen den Verkehr in Richtung Wien auf die Schiene bringen und dazu braucht es auch eine Infrastruktur“, so Heidenreich und versichert, dass keine zusätzlichen Gleise oder dergleichen geplant ist:„Es wird sogar ruhiger für die Großhöfleiner, denn der Knotenpunkt ist weit von der Bevölkerung weg.“ Der Bahnhof soll im Bereich S31/A3 sein.