Seebad: Yachtclub will Gelände nicht räumen. Der Yachtclub Breitenbrunn konnte die Räumung und den Abriss durch die Esterhazy Betriebe vorerst verhindern. Die Verhandlungen gehen bereits nächste Woche in die nächste Runde.

Von Denise Grosina. Erstellt am 27. März 2019 (05:51)
Sigrid Janisch
Exekution. Das Hauptgebäude und restliche Areal des Yachtclubs soll geräumt und abgerissen werden.

Die Hütten des Yachtclubs Breitenbrunn stehen vor dem Abriss. Mit Jahresbeginn wurde das Seebad von der Gemeinde Breitenbrunn an die Esterhazy Betriebe übergeben. Im Zuge dessen sollte auch der Yachtclub sein Gelände räumen.

Der Yachtclub bekam ein anderes Gelände von Esterhazy angeboten, das nicht angenommen wurde und räumte trotz Räumungsbescheid der Gemeinde das Gelände nicht. Außerdem reichte der Yachtclub eine Klage gegen die Gemeinde ein.

ZVg
Areal. Der Yachtclub hat derzeit fünf Reihen an Kabanen zur Einlagerung und einen beachtlichen Seezugang mit Bootanlegestellen.

„Die Esterhazy Betriebe beantragten beim Bezirksgericht Eisenstadt einen Vollstrecker zur Räumung der Gebäude des Yachtclubs“, so der Präsident des Yachtclubs, Walter Bajons. Um die Räumung zu verhindern, hinterlegte der Yachtclub beim Bezirksgericht eine Sicherheitsleistung von zunächst 120.000 Euro und danach weitere 120.000 Euro, um den Abriss zu verhindern.

Bajons ist außer sich: „Beinahe wäre der Yachtclub geräumt und abgerissen worden ohne, dass man uns ein Sterbenswörtchen davon gesagt hätte.“ Allerdings bekam der Yachtclub bereits vor Jahresende einen Räumungsbescheid.

Yachtclub bestätigte Vertragsende

Im Hauptpachtvertrag ist festgehalten, dass auf dem Areal errichtete Gebäude mit Ende des Pachtvertrags in den Besitz von Esterhazy übergehen. Die Anlagen des Yachtclubs wurden aber als Überbau errichtet, das bedeutet, dass diese nur auf Dauer des Vertrags belassen werden dürfen. Eine Sprecherin der Esterhazy Betriebe: „Der Yachtclub muss sich über die Räumung im Klaren gewesen sein.“ Denn der Yachtclub hat laut Subpachtvertrag das Vertragsende bestätigt und sich zur pünktlichen Einhaltung vertraglich verpflichtet.

Bürgermeister Helmut Hareter (SPÖ) zeigt sich gelassen: „Von der Gemeinde aus gibt es keinen Abriss. Wir sind nicht die treibende Kraft dahinter.“ Auch die Kosten soll die Gemeinde nicht übernehmen, obwohl dies in einer früheren Einigung festgelegt wurde. Der Rechtsvertreter der Gemeinde Breitenbrunn, Johannes Zink, erklärt: „Die Gemeinde Breitenbrunn wird und will die Kosten für den Abriss des Yachtclubs nicht tragen. Auch Esterhazy will nicht, dass die Gemeinde zahlt.“

Die Esterhazy-Sprecherin erläutert: „Der prätorische Vergleich zwischen der Gemeinde und Esterhazy dient der rechtlichen Dokumentation des Pachtendes: Darin wird bestätigt, dass die Gemeinde die Flächen und bestehenden Verträge mit Subpächtern zurückgestellt hat. Somit haben sie mit den betreffenden Personen und Vereinen nichts mehr zu tun.“ Bereits nächste Woche gibt es eine Gerichtsverhandlung, die für das weitere Vorgehen maßgeblich sein wird.