Heimathausmuseum in Mörbisch: Leiterin geht in Pension

Nach zwanzig Jahren, die Ilse Fiedler sich mit Leib und Seele um das Heimathaus in Mörbisch gekümmert hat, sagt die Museumsleiterin Adieu. Ein Rückblick und eine Würdigung.

Erstellt am 14. Februar 2021 | 04:34
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Heimathaus. Nach fast zwanzig Jahren im Heimathaus geht Ilse Fiedler in Pension.
Foto: zVg

Seit vielen Jahren bereits, ermöglicht das Heimathausmuseum in Mörbisch seinen Besuchern einen Einblick in die Vergangenheit der Gemeinde. Bauernhäuser im traditionellen Stil und mit Originalmöbeln eingerichtet, lassen Gäste in eine Zeit um 1900 eintauchen. Besonders während der Tourismus-Saison sind die altertümlichen Räumlichkeiten in Mörbisch am See mit Besuchern gefüllt.

Unter anderem verantwortlich für den Erfolg des Heimathausmuseums ist Frau Ilse Fiedler. Die Mörbischerin kümmert sich bereits seit knapp 20 Jahren um das Heimathaus und hat unzählige Gegenstände gesammelt und dem Museum bereitgestellt. Nun hat sie jedoch beschlossen sich zurückzuziehen, ein Nachfolger für das Heimathaus ist noch nicht bekannt.

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„Ich habe es mit Liebe gemacht. Für sowas braucht man Liebe, sonst geht das nicht“ Ilse Fiedler, scheidende Leiterin des Heimathauses in Mörbisch.

„Eine Tür hat sich geschlossen, eine andere ist aber aufgegangen“, erklärt Fiedler. Nun, nach 19-jähriger Leitung des Heimathauses, pflegt und betreut sie ihren Bruder. Nebenbei möchte sie sich aber auch einen Wunsch erfüllen: „Ich wollte früher Biologin werden, aber dafür hatten wir nicht das Geld.“

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Zum Abschied dankte ihr Bürgermeister Markus Binder.
zVg

Nach 35 Jahren im Konsum, einer Heimhelferausbildung und verschiedenen Stellen in Kindergärten, Altersheimen und der Gemeinde, gelangte Ilse Fiedler zum Heimathaus. „Ich war, sozusagen, Lehrling in der Gemeinde. Sie konnten mich überall gebrauchen.“, erzählt sie mit einem Lachen. Nachdem ihr Vorgänger sich zurückzog, wurde also ihr das Heimathausmuseum zugeteilt. „Mein Bruder war damals Bürgermeister und sagte zu mir: ‚Du gehst jetzt dort hin!‘“ In den darauffolgenden 19 Jahren durfte sie in ihrer Tätigkeit viel erleben. „Es waren schöne Jahre und es waren erfüllte Jahre. Ich bin dankbar für alles, das ich erlebt habe“, meint die Mörbischerin spürbar glücklich.

Nachfolger für Fiedlers Herzensprojekt gesucht

„Ich hatte sowohl mit Architektur-Studenten als auch mit Kindergarten- und Volksschulkindern zu tun und konnte vieles dazulernen.“ Zu Beginn wäre es, laut Fiedler, noch einfacher gewesen. Doch über die Jahre hinweg sei ein breiteres Wissen notwendig gewesen. „Ich konnte aber alles bewältigen“, gibt sie stolz zu.

In ihrer Zeit als Leiterin des Heimathausmuseums in Mörbisch war sie ständig auf Abruf bereit, unabhängig von den Öffnungszeiten und trotz Arbeit im Haushalt und in den Weingärten. Auch unterschiedlichen Publikationen und anderen Projekten stellte sie ihr Fachwissen zur Verfügung. „Ich habe es mit Liebe gemacht. Für sowas braucht man Liebe, sonst geht das nicht“, erzählt Fiedler.

Ihrem Nachfolger wünscht Ilse Fiedler alles Gute. Ihre jetzige Aufgabe wird sie mit ähnlicher Freude und Hingabe meistern: „Hier kommt mir meine Arbeit im Altersheim zugute. Man merkt, im Leben ist nichts umsonst!“

Bürgermeister Markus Binder bedankte sich für die jahrzehntelange Arbeit mit einem Blumenstrauß: „Frau Fiedler ist ein herzensguter Mensch. Wenn sie voller Begeisterung erzählt hat, bekam man das Gefühl, man wäre dabei gewesen.“ Rosen streut auch Vize-Bürgermeisterin Bettina Zentgraf: „Ich bedanke mich sehr herzlich auch im Namen des Tourismusverbandes und unserer Gäste bei Ilse Fiedler für ihre fast 20-jährige Tätigkeit in unserem Heimathaus.“ Nun hofft man auf einen Nachfolger, der ähnlich viel Herzensblut ins Heimathaus investiert wie Frau Fiedler.