Oslip: Baustart für Chaletdorf trotz Bausperre

Erstellt am 16. September 2022 | 05:57
Lesezeit: 4 Min
Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wird voraussichtlich eine Ausnahme von der Bausperre für Mario Müllers Bauprojekt bei der Cselley Mühle erteilt. Doch schon jetzt wird gebaut, die ersten sieben Häuser des „Mühlendorfes“ sind bereits in Arbeit.
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Bausperre, Hochwasseranschlagslinien, Denkmalschutz und Stammgäste, die sich wünschen, dass die „Mü“ so bleibt wie immer — die Ausgangslage für den Neustart der Cselley Mühle unter Neo-Eigentümer Mario Müller standen nicht gerade günstig. Eins nach dem Anderen sollen diese Hürden nun aber aus dem Weg geräumt werden. Die Hochwasserzonen verschieben sich wegen der Wulka-Regulierung, beim Umbau setzte Müllers Team auf den Erhalt der typisch burgenländischen Optik (jedenfalls von außen) und will so Stammgäste und den Denkmalschutz zufriedenstellen. Erstere scheinen laut Social Media-Feedback nicht unbedingt vom neuen Konzept überzeugt zu sein.

„Wir haben den Baustart ordnungsgemäß bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) gemeldet“

Die Bausperre als letztes Hindernis soll nun am Donnerstag fallen und den Weg für den Bau des „Mühlendorf“ genannten Chalet-Komplex hinter dem Seminarhaus ebnen. Dort sind touristisch genutzte „tiny houses“ geplant, erklärte die Mario Müller Stiftung gleich nach der Übernahme. Damit wäre der Weg frei für den Baustart. Allerdings: Darauf habe man nicht mehr warten können, bereits jetzt türmen sich die Erdhaufen auf der Wiese hinter der Cselley Mühle, erste Arbeiten, wie zur Fundamentlegung, scheinen beim BVZ-Lokalaugenschein bereits im Gange zu sein.

„Wir haben den Baustart ordnungsgemäß bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) gemeldet“, erklärt Bürgermeisterin Margit Wennesz-Ehrlich. Ob der vorzeitige Baustart nicht der Bausperre widerspreche? „Alles Weitere ist Sache der BH“, verweist die Ortschefin auf die übergeordnete Baubehörde. Bei der BH waren die zuständigen Stellen bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Da erst wenige Tage bevor die Ausnahme von der Baugenehmigung im Gemeinderat aller Voraussicht nach erteilt worden wäre, mit den Arbeiten gestartet wurde, sind wohl kaum Konsequenzen zu befürchten. Zumindest am Zeitplan dürfte der „Frühstart“ wohl nichts ändern, denkbar wäre aber eine Strafzahlung.

Frühstart um wenige Tage

Dass man mit dem Arbeiten ein paar Tage zu früh gestartet hat, räumt Neo-Eigentümer Mario Müller auch ein. „Das ist alles nicht so einfach“, erklärt er auf BVZ-Anfrage und schildert den genauen Ablauf. „Im Frühjahr hatten wir die Bauverhandlung. Zwei Stellungnahmen haben gefehlt. Als diese nachgereicht wurden, kam auch schon der Baustopp“, erklärt er. Nicht nur für ihn sei das „ganz schlecht“, sondern auch auf viele Osliper Häuslbauer. Vom Planungsbüro AIR habe man ein Gutachten erstellen lassen, das zeige, dass die Arbeiten keine Auswirkung auf das Gesamterscheinungsbild der „Mü“ hätten. Dieses liege seit eineinhalb Monaten vor, nur habe es seither keine Gemeinderatssitzung gegeben, bei der eine Ausnahme von der Bausperre erteilt werden hätte können.

Nun ist eine Sitzung für heute, Donnerstag, anberaumt. Auf der Tagesordnung auch die Cselley Mühle. Von der Ortschefin habe man im Vorfeld versichert bekommen, dass es für das „Csello“, so die neue „corporate identity“ der Cselley Mühle, im Gemeinderat grünes Licht geben werde. In der Zwischenzeit habe man die Baustelle vorbereitet und gesäubert, nun habe man das Angebot einer Baufirma nicht ablehnen können, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. „Es wächst ja noch nichts in den Himmel. Und es geht nur um ein paar Tage“, so Müller.

Baubeginn für die ersten sieben Chalets

Konkret geht es dabei auch um das geplante „Mühlendorf“ im Bereich hinter dem Seminarhaus, genauer gesagt um die ersten sieben Häuser. Diese können wohl schon ohne Umwidmung errichtet werden. „Für alles Weitere müssen die Flächen erst umgewidmet werden, das kann leider noch dauern“, erklärt Müller. Die Nächtigungsmöglichkeiten für Künstler und Gäste seien „dringend nötig“ und auch ein Mehrwert für die Gemeinde.

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