Donnerskirchner entschied sich für Erdöl statt Weißwein

Andreas Liegenfeld jr. aus Donnerskirchen bohrt in der Nordsee nach Erdöl.

Erstellt am 19. Dezember 2021 | 11:28
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Vom Nordufer des Neusiedler Sees nach Texas, dann auf die Montanuni Leoben und weiter auf eine norwegische Bohrinsel mitten im Meer— der Lebensweg von Andreas Liegenfeld jr. ist nicht unbedingt alltäglich.

Der 27-jährige Donnerskirchener entschied sich statt für Wein lieber für Erdöl. Der älteste von drei Winzer-Söhnen ist nach seinem abgeschlossenem Studium nun „Drilling Engineer“, mit „Bohr-Ingenieur“ eher unelegant übersetzt. „Auf der Bohrinsel arbeiten wir zwei Wochen lang täglich zwölf Stunden. Dann haben wir zwei Wochen frei und arbeiten zwei Wochen im Büro, bevor es wieder auf die Bohrinsel geht“, schildert Liegenfeld, der bei einem Auslandssemester in Texas das Interesse an der Erdölförderung entdeckte. „Ich wollte etwas Technisches studieren — aber nichts, was jeder macht. Da fiel die Wahl schließlich auf ,Petroleum Engineering’ an der Montanuni Leoben“, erklärt er. Zuletzt war er 75 Kilometer vor Bergen im norwegischen Meer auf der Bohrinsel „Deepsea Aberdeen“ im Einsatz.

Ungewöhnlicher, aber komfortabler Arbeitsplatz

Mit dem Dienstwagen kann er dort freilich nicht anreisen: „Vom Festland geht es mit dem Helikopter auf die Bohrinsel und wieder zurück —sofern das Wetter es zulässt. Manchmal hat man Pech und der Hubschrauber kann wetterbedingt nicht fliegen, dann sitzt man länger auf der Bohrinsel fest“, schildert er gelassen, was für viele wohl nach einem Alptraum-Szenario klingt. „Im Sturm bewegt sich die schwimmende Bohrinsel natürlich. Da kann man anfangs schon ein flaues Gefühl im Magen haben“, schildert der Öl-Experte.

Mit dem rauen, gefährlichen Alltag, wie man es von Bohrinseln in Filmen kennt, habe sein Arbeitsalltag aber wenig zu tun. „Die Bohrinsel ist gut ausgestattet: Fitness Center, Kino, gutes Essen. Die Sozialstandards sind in Norwegen aber auch deutlich höher als in anderen Ländern“, schildert der Öl-Experte. In Norwegen habe man sogar auf hoher See guten Empfang, da es wegen der vielen Bohrinseln dort eigene Sendemasten gibt. Die zwei Wochen auf der Bohrinsel sind also durchaus auch komfortabel.

Weihnachten verbringt er dann aber doch lieber mit seiner Freundin in Donnerskirchen als mit 150 Kollegen auf einer Bohrinsel. „Da hatte ich natürlich Glück mit dem Dienstplan.“