Tempel in Müllendorf ausgegraben

In Müllendorf stießen Studierende der Universität Wien auf die Reste eines Tempels. Einige Fragen bleiben noch ungeklärt.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:08
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Ausgrabungen. Studierende der Uni Wien legten die Reste einer alten Tempelanlage mit unterirdischer Krypta frei.
Foto: zVg

In der Region um den Föllik entdecken Archäologen immer wieder historische Ruinen, Dokumente und Artefakte. Besonders in Müllendorf werden dabei regelmäßig bedeutende Funde zu Tage gefördert.

Auch heuer haben Studierende der Universität Wien vier Wochen lang die Vergangenheit von Müllendorf erforscht. „Die topografisch äußerst günstige Lage beschert dem Burgenland eine nahezu unüberschaubare archäologische Vielfalt, die von der Altsteinzeit über alle Perioden der Urzeit, die Römische Kaiserzeit, das Früh- und Hochmittelalter bis zu den Türkenkriegen und dem 1944/45 gegrabenen Südostwall reicht“, heißt es dazu von Seiten der Gemeinde. Im Zuge der Errichtung des neuen Logistikzentrums wurden etwa Spuren von Siedlungen aus der Bronzezeit und auch Reste einer römischen Straße entdeckt — schon zur Römerzeit war das heutige Gemeindegebiet besiedelt.

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Vor kurzem stieß ein Team um Professor Alois Stuppner vom Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie auf vermutliche Reste einer großen Tempelanlage mit einer unterirdischen Krypta. Die 21 Meter lange Anlage verfügte auch über eine Cella (Hauptraum antiker Tempel; Anm.) und eine umgebenden Drainagekanal. Über das Tempelheiligtum gibt es bislang noch keine Hinweise.

Die offenen Fragen zum Fund sollen nächstes Jahr im Mittelpunkt der Forschung stehen — weitere Ausgrabungen für 2022 wurden bereits fixiert.