Fähre steckte vor Breitenbrunn im Schlamm fest

Erstellt am 26. Mai 2022 | 04:22
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8368445_nsd21kla_faehrenbergung.jpg
Nachdem die Passagiere mitsamt den E-Bikes die Fähre verlassen hatten, war diese wieder fahrtauglich.
Foto: Foto FF Neusiedl am See
Das seichte Wasser und andere Faktoren lassen Schiffe häufiger auf Grund laufen.
Werbung

Vergangene Woche musste die Feuerwehr Neusiedl am See gleich zweimal auf dem Neusiedler See ausrücken:

Der erste Einsatz fand etwa 100 Meter vor dem Yachtclub Breitenbrunn statt. Dabei lief ein Hausboot auf Grund und musste in ein tieferes Gewässer in Richtung Seemitte geschleppt werden. Der zweite See-Einsatz kam am Samstag, als eine Fähre mit etwa zwanzig Passagieren und deren E-Bikes rund 300 Meter vor der Anlegestelle in Breitenbrunn auf Grund lief und im Schlamm stecken blieb.

440_0008_8368501_nsd21kla_hausboot.jpg
Das Hausboot musste aus dem Schlamm gezogen werden.
Foto: BVZ

„An dem Tag gab es starken Westwind, der viel Wasser in Richtung Podersdorf am See trieb,“ so der Neusiedler Feuerwehrkommandant Reinhard Theuritzbacher. Die Folge war eine große Wasserverfrachtung vom West- ans Ostufer, was den ohnehin niedrigen Pegel – in diesem Fall – am Westufer noch einmal drückte.

Als im wahrsten Sinne des Wortes erschwerender Faktor bei der Bergung erwiesen sich die Fahrräder der Passagiere.

„Jedes der E-Bikes hatte zwischen zwanzig und dreißig Kilo. Nachdem wir die Passagiere mit Unterstützung der Feuerwehr Breitenbrunn und weiteren helfenden Booten ans Ufer gebracht hatten, mussten wir auch noch die E-Bikes aus der Fähre holen, damit diese selbstständig weiterfahren konnte“, so Theuritzbacher weiter. Erst durch die Gewichtsentlastung gelang es dem Fährschiff, wieder Fahrt aufzunehmen.

Schwieriges Jahr für die Schifffahrt am See

Aber nicht nur der Wind und schwere Lasten machen den Bootsfahrenden am Neusiedler See momentan zu schaffen, die größten Sorgen bereitet weiterhin der niedrige Pegel des Sees. Bei 115,19 Metern (über Adria) liegt man in Breitenbrunn derzeit (Stand 24. Mai), 37 Zentimeter unter dem Durchschnitt. Der regenarme Winter ließ den See auf einem Niveau zurück, das man sonst nach einem heißen Sommer kennt. Doch der kommt erst. Allerdings: Die bisherigen Negativrekorde bis 6. Juni stammten aus dem Jahr 2020 — damals sorgte ein verregneter Juni für Besserung.

Darauf hofft auch Michaela Heeger-Gmeiner von der Schifffahrt Gmeiner, deren Radfähre am Freitag feststeckte. Sie betont zwar: „Bei so starkem Wind wären wir vermutlich auch im Vorjahr stecken geblieben.“ Dennoch sei der Wassermangel natürlich beunruhigend.

440_0008_8368442_nsd21kla_pegel.jpg
Der Pegel des Neusiedler Sees bei Breitenbrunn (in der Grafik blau dargestellt) liegt aktuell bei 115,19 Metern (über Adria), was 37 Zentimeter unter dem Durchschnittswert ist.
Foto: Screenshot/wasserportal.at

Den Wetterbericht studiert Heeger-Gmeiner penibelst. Sie hätte schon bei der Windmessung am Morgen Bedenken geäußert, die Entscheidung liege aber beim Kapitän — der in diesem Fall scheinbar zu optimistisch war. Der Wind sei hauptsächlich im Mai und Juni ein Problem, im Hochsommer nehme er in der Regel stark ab. Die Lage an den Ufern variiert daher je nach Windrichtung stark. „Bei Nordwind sieht es bei uns schlecht aus, bei Westwind etwa in Rust.“

Um eine möglichst lange Saison zu ermöglichen setzt die Schifffahrt Gmeiner auf eine neue Fähre mit nur 30 Zentimetern Tiefgang im Leerzustand. Demnächst soll die neue Fähre den Betrieb starten. Vorfälle wie jener vergangenen Freitag wären damit zwar eher vermeidbar, aber auch nicht ganz auszuschließen.

Werbung