Cannabis im Bezirk Eisenstadt roch zu stark. In einer Wohnung im Bezirk Eisenstadt betrieb ein 38-jähriger Mann Indoor-Plantagen und erntete fleißig Cannabis.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 10. Juli 2019 (14:44)
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Symbolbild

Zwei Männer mussten sich vorige Woche wegen des illegalen Anbaus von Cannabis vor Gericht verantworten.

Der eine, ein 33-jähriger Student mit Wohnsitz im Bezirk Eisenstadt, hatte mit dem anderen, einem beschäftigungslosen 38-jährigen Wiener, im November 2018 die Wohnung getauscht.

Der Wiener konnte mit dem Wohnungstausch die drohende Beißkorbpflicht für seine Hunde besser umgehen, der Burgenländer wollte in Wien einen Job finden.

Starke Geruchsentwicklung beim Trocknen

In der 80-Quadratmeter-Wohnung im Bezirk Eisenstadt standen bald nach der Übersiedlung des Wieners drei Aufzuchtanlagen, in denen 112 Cannabispflanzen überraschend gut gediehen. „Es kam mehr heraus, als ich dachte“, gab der 38-jährige Wiener zu. Er habe nur mit der Hälfte des Ertrags gerechnet.

Er hatte das Cannabis im Februar 2019 zum Trocknen aufgehängt, die Geruchsentwicklung aber unterschätzt.

Ein anonymer Anrufer informierte die Polizei, dass im Haus Cannabisgeruch wahrgenommen wurde.

„Das hat schon im Erdgeschoß gestunken“, berichtete ein Polizist, der damals an der Hausdurchsuchung teilgenommen hatte.

Die Polizei beschlagnahmte mehr als sechs Kilogramm Cannabiskraut. Auch in der Wiener Wohnung des 38-Jährigen wurde man fündig: 2,6 Gramm Cannabiskraut befanden sich dort in einem Marmeladenglas.

Bis zu 15 Joints am Tag

Der 38-Jährige gab zu, die Plantagen in der Wohnung seines Freundes betrieben zu haben. Er rauche pro Tag zwölf bis fünfzehn Joints und habe das angebaute Suchtgift nur zum Eigenbedarf verwenden wollen.

Der Besitzer der Wohnung wurde als Beitragstäter angeklagt. Er hatte bei Besuchen in seiner Wohnung gesehen, was sein Freund dort trieb.

„Ich sagte, dass mir das unangenehm ist, auch wegen der Stromkosten“, erklärte der Student. Er selbst habe Cannabis nur „einmal probiert“.

Der Hanfzüchter wurde zu zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, außerdem muss er sich einer Entwöhnungsbehandlung unterziehen.

Der Zweitangeklagte habe, so Richterin Daniela Berger, den Drogenanbau eigentlich unterbinden müssen. Er wurde zu fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Die beiden Männer nahmen das Urteil an.