Gemeinde Wimpassing kauft Gasthaus

Erstellt am 08. September 2022 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
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Übersiedelt. Aufgrund des großen Andrangs fand die Sitzung in der Schule statt, einig wurde man sich letztendlich (und provisorisch) doch.
Foto: Kaiser
Grund zwischen Fußball- und Tennisplatz soll an Land verkauft und damit Gasthaus Wahl gekauft und umgebaut werden.
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Da soll nochmal wer sagen, Gemeindepolitik sei unspannend: Bei der Gemeinderatswahl in Wimpassing am vergangenen Donnerstag kamen so viele Interessierte, dass die Sitzung vom Gemeinderatssaal in die Volksschule verlegt wurde. Das Thema, „wegen dem vermutlich die Meisten hier gekommen sind“, wie Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ) vermutete, kam am Ende der Sitzung: Die Gemeinde plant, ein Stück Gemeindegrund zwischen Fußball- und Tennisplatz an die Landesimmobilien-Firma zu verkaufen, die dort eine Tagesbetreuungsstätte plant. Mit den 1,3 Millionen Einnahmen kann die Gemeinde das ehemalige Gasthaus Wahl kaufen.

Café, Konferenzsaal und Wohnungen auf Gemeindegrund

Wie die BVZ bereits exklusiv berichtet hatte, sollen dort ein Café und Konferenzsaal im Erdgeschoss und drei bis fünf leistbare Wohnungen im Obergeschoss entstehen. Die Kosten belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro, 1,2 Millionen wurden Edelmann vom Land Burgenland an Bedarfszuweisungen in Aussicht gestellt. Vizebürgermeister Thomas Menitz betonte, dass es zwar attraktiv sei, das Gasthaus in Gemeindebesitz zu bringen, stieß sich aber daran, dass alles über die landeseigene Projektentwicklungsfirma PEP gehe, ohne ein Gegenangebot einzuholen. Marion Pöschl (ÖVP) kritisierte die Informationspolitik Edelmanns bezüglich des Grundstücksverkaufs.

Hans Ackerbauer (FPÖ) pochte auf die Zahlen: Ohne den Verkauf des Grundstückes sei ein wichtiges Projekt wie der Gasthaus-Ankauf auch nicht möglich. Es war nach 21 Uhr als die salomonische Lösung gefunden wurde: Der Gemeinderat beschloss, dass der Bürgermeister sich um einen Vorvertrag mit dem Gasthaus Wahl kümmern möge (alle SPÖ, FPÖ und fünf ÖVP-Stimmen dafür, zwei dagegen bei einer Enthaltung). Der Beschluss zur weiterführenden Verhandlung mit der PEP bei zwei türkisen Gegenstimmen angenommen.

Vor der Schule wurde weiter diskutiert. Eine Anrainerin meinte zur BVZ, sie fände das Projekt ja gut, wäre aber gerne früher informiert worden. Sie wohne seit den Siebzigern hier und der letzte Neubau habe ihr nur LKW-Lärm beschert. Deswegen sei sie und viele andere bei Neubauprojekten skeptisch.

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