Große Erwartungen in Siegendorf

In Siegendorf ist für 2022 einiges geplant: So wird etwa die Volksschule saniert, die Reithalle zum Veranstaltungszentrum; Irritationen um Weg zwischen Gewerbe-Centern.

Erstellt am 31. Dezember 2021 | 16:09
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siegendorf Eine im wahrsten Sinne des Wortes historische Gemeinderatssitzung ging kurz vor Weihnachten in der Marktgemeinde über die Bühne: Es war die erste unter der Leitung einer Frau an der Ortsspitze – Neo-Bürgermeisterin Rita Stenger (SPÖ).

Ein Schwerpunkt der umfangreichen Tagesordnung der letzten Zusammenkunft im Jahr war traditionell das Budget. Der Voranschlag beläuft sich laut Ortschefin für 2022 auf rund sechs Millionen Euro und wurde einstimmig angenommen. Zum mittlerweile 25. Mal werde es zudem im kommenden Jahr keine Gebührenerhöhungen geben, so die 45-Jährige. Eine Änderung ist freilich die Leichenhallenbenützungsgebühr betreffend vorgesehen: 55 Euro pro Tag werden künftig nicht länger als fünf Tage eingehoben, zuvor gab es kein zeitliches Limit. „Wir hatten einen Fall in Zusammenhang mit Corona, wo es deutlich über diese fünf Tage hinausging. Das ist ohnehin schon schwierig für die Angehörigen und wir haben das Geld natürlich auch nicht eingehoben. Aber unsere Intention war, hier eine klare Regelung zu schaffen“, begründete Stenger den Schritt.

Volksschule wird um 500.000 Euro „überholt“

Was Investitionen betrifft, sind im kommenden Jahr einige größere Projekte ins Auge gefasst. Eines betrifft die Volksschule, die umfassend saniert werden soll. Als Pädagogin liege ihr der Bildungsbereich nach wie vor am Herzen, so Stenger: „Die sanitären Einrichtungen sind schon alt, im unteren Stock sind außerdem auch die Mauern feucht. Wir haben uns daher gedacht, im Zuge des Baus des neuen Kindergartens wäre es klug, auch gleich die Volksschule mit zu sanieren, – es geht dabei um das Hauptgebäude, den alten Kern sozusagen.“ Für 2022 sei eine halbe Million Euro dafür veranschlagt, mit den Arbeiten begonnen werden soll „soweit möglich noch im Frühjahr“, hofft Stenger. Ob man für den Unterricht teilweise in Container ausweichen werde müssen, lasse sich derzeit noch nicht sagen.
Reithalle als Standort für Vereinsaktivitäten

Auch für ein geselliges Zusammenkommen – sofern es die Corona-Lage erlaubt – werden derzeit Pläne gewälzt: Die Reithalle soll saniert und zu einem Veranstaltungsgebäude für die diversen Vereine umgebaut werden. Kostenpunkt: Rund 300.000 Euro. „Aktuell wird der Plan erstellt und, wenn möglich, soll Anfang des Jahres mit den Ausschreibungen begonnen werden“, erklärte die Bürgermeisterin.

Weiters beschäftigte der Bereich rund um das Einkaufszentrum „Intro“ den Gemeinderat. Und zwar ging es um einen Geh- und Radweg zwischen eben diesem bestehenden Gewerbepark und dem geplanten „neuen“, die nur ein Grundstück, – das in Privatbesitz ist, – trennt.

Dieser Weg soll „vom Hofer bis zum Ende des neuen Gewerbegebietes“ gehen, konkretisierte Stenger. Auf die Gemeinde würden in diesem Zusammenhang Kosten von 75.000 Euro zukommen, – was seitens der ÖVP zunächst skeptisch aufgenommen (letztendlich aber mitgetragen) wurde. Es habe ursprünglich geheißen „das Center kostet uns nichts“, so Ortsparteiobmann Florian Schober: „75.000 Euro sind aber mehr als nichts.“ Man zahle ja auch „dem Einkaufszentrum nichts dazu“, stellte Stenger klar, sondern es handle sich um die Infrastruktur zur Unterstützung der Bevölkerung. Was auch Projekt-Mitbetreiber Peter Krenmayr gegenüber der BVZ unterstrich: „Die gesamten Infrastrukturmaßnahmen – von Gehweg über Kanal, Wasser, Strom, aber auch zwei notwendige zusätzliche Fahrstreifen und eine Ampel – belaufen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro. Den Großteil bezahlen wir als Bauträger, 150.000 das Land und mit den 75.000 Euro kommen sieben Prozent von der Gemeinde, – aber eben mit der Auflage, dass es eine Verbindung zum ersten Center gibt.“

Rund 22.000 Quadratmeter seien als Betriebsgebiet gewidmet. Aktueller Stand: „Schon recht konkret“ sei die Ansiedlung eines Fastfood-Unternehmens, aber etwa auch mit einem Hotelbetreiber gebe es Gespräche, so Krenmayr. Das Ziel im Endausbau sei die Schaffung von „60 bis 70 Arbeitsplätzen.“