Raum für Architektur in Eisenstadt. Ein neuer Ausstellungsraum beweist mit 19 Beispielen: Moderne Architektur und pannonischer Klassizismus gehen zusammen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 10. Oktober 2020 (04:34)
Erster Eindruck. Die stellvertretende Vereinsobfrau Viktoria Schandl aus Eisenstadt blickt sich im neuen Architekturraum um (re., mit Kindern).
Rainer Schoditsch

Anfang Oktober eröffnete der Architekturraum Burgenland seine neue Galerie im Zentrum von Eisenstadt. Der gleichnamige Verein präsentiert hier Beispiele zeitgenössischer Bauten aus dem Burgenland.

Viktoria Schandl von den Eisenstädter Schandl-Architekten ist stellvertretende Obfrau des Vereins. Sie hofft, dass der neue Architekturraum Bewusstsein schafft für die Qualitäten der traditionellen burgenländischen Architektur sowie der Möglichkeiten moderner Architektur in diesem Kontext. Oder, wie Schandl so schön sagt, „ um den Menschen einen Weg aus dem aktuellen Schachteleinheitsbrei aufzuzeigen.“ Die derzeit vielerorts im Burgenland geführte Diskussion um den Abriss alter Häuser geht von Pöttelsdorf (Jakobshaus) bis Eisenstadt (Lagerhaus) und ist auch den Architekten ein Anliegen: „Oft sind es wirtschaftliche und nutzerorientierte Gründe, die viele von den alten Gebäuden nicht erfüllen können. Auf Grund der Digitalisierung gibt es viele Möglichkeiten Bestandsgebäude vollständig zu erfassen und diese optimal umzunutzen. Das ermöglicht die Realisierung spannender Objekte“, weiß die Architektin. Was wäre da ein schönes Beispiel? Schandl verweist auf eines der Ausstellungsstücke im Architekturraum: „Mir fällt dazu beispielsweise der Umbau am Ruster Rathausplatz ein, bei dem behutsam neue Qualitäten geschaffen wurden und bestehende Qualitäten gestärkt wurden.“

Dieses und 18 andere „Wege aus dem Schachteleinheitsbrei“ warten im Architekturraum auf Besucher, der Eintritt ist frei.