40-Jähriger sperrte Ex im Keller ein: Prozess. Ein 40-jähriger Mann sperrte seine Ex-Freundin im Keller ein, bis die Polizei kam.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 12. April 2019 (07:07)
Prozess-Ort: Das Justizzentrum Eisenstadt.
Werner Müllner

Die Trennung von seiner Freundin konnte ein 40-jähriger Mann aus dem Bezirk Eisenstadt offenbar nicht verkraften: Im Herbst hatte er schon ihre Gartenmöbel in den Acker geworfen, am 21. Dezember 2018 sperrte er sie gar in seinem Keller ein.

Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann wegen Freiheitsentziehung, Nötigung und Körperverletzung an.

Im Sommer hatte der 40-Jährige seiner Ex-Freundin bereits ein Foto von einem Henkersstrick geschickt.

„Das war ein Blödsinn. Ich wollte sie dazu bringen, dass sie mit mir spricht“, sagte der Angeklagte vor Gericht.

Im Herbst verwüstete er dann den Garten und die Terrasse seiner Ex-Freundin. „Die Rattangarnitur lag im Feld, das Radio und der Schirm im Garten der Nachbarin!“, wunderte sich Richterin Daniela Berger.

„Ja. Das war eine Rauschaktion“, sagte der Angeklagte.

Völlig eskaliert war die Situation dann am 21. Dezember des Vorjahres, als die Ex-Freundin zum Haus des Angeklagten kam, um noch einige Gegenstände abzuholen.

Im Keller soll der Mann die Frau mit Faustschlägen traktiert haben, sodass sie Prellungen am Kopf erlitt. Dann versperrte er die Tür nach draußen.

Sie werde erst wieder aus dem Keller kommen, wenn sie „vernünftig mit ihm spreche“, soll der Mann gedroht haben.

Schwester informierte die Polizei

In Panik rief die Frau ihre Schwester an, die wiederum die Polizei informierte.

Vor Gericht bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig. Er habe seine Ex-Freundin weder im Keller eingesperrt, noch verletzt.

Seine Ex-Freundin sei vermutlich hinter dem Erbe her, das sein Vater und seine Tante hinterlassen hatten, mutmaßte der Angeklagte.

Geld habe die Frau allerdings nie von ihm gefordert.

„Sie schrie: Au, er hat mich geschlagen“, erinnerte sich die als Zeugin befragte Schwester des Opfers. Sie sei kurz vor der Polizei beim Haus des Angeklagten eingetroffen.

Als die Polizei vor der Kellertüre stand, sprang diese plötzlich auf, und die Frau stürmte heraus. „Sie war weinerlich, ängstlich, verstört und klagte über Schmerzen am Kopf“, berichtete einer der Polizisten.

22 Minuten lang soll die Frau gegen ihren Willen im Keller festgehalten worden sein.

„Für mich erhärtet sich der Eindruck, dass Sie ein Aggressionsproblem haben“, fasste die Richterin zusammen. „Können Sie sich vorstellen, ein Anti-Aggressionstraining zu machen?“, fragte sie den Angeklagten. „Nicht wirklich“, antwortete dieser.

Der Mann wurde zu 2400 Euro Geldstrafe und acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An seine Ex-Freundin muss er 500 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Außerdem bekommt er einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt.