Alimente nicht gezahlt: Gericht beschlagnahmt BMW

Mit Alimenten im Rückstand – Gerichtsvollzieher pfändete BMW. Angeklagter sagt: „Wusste davon nichts.“

Erstellt am 22. Januar 2021 | 05:12
BMW Symbolbild
Polizei fahndet nach Lenker des weißen BMW.
Foto: Symbolbild

Am 28. Juli 2020 hatte ein Wiener Gerichtsvollzieher die Pfändungsmarke auf den Außenspiegel des BMW eines arbeitslosen 37-jährigen Mannes geklebt, der mit der Zahlung der Alimente im Rückstand war.

Der 37-Jährige übersiedelte dann mit seiner Frau in den Bezirk Eisenstadt. Als das Auto vom neuen Wohnort zum gerichtlichen Verkauf abgeholt werden sollte, war es nicht mehr da.

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Vorige Woche musste sich der 37-Jährige wegen des Vorwurfs der Vollstreckungsvereitelung vor Gericht verantworten.

Er behauptete, nichts von der Pfändung mitbekommen zu haben. Im übrigen habe das Auto, das auf seinen Namen zugelassen war, einem Freund gehört.

„Wenn man in den Spiegel schaute, sah man die Pfändungsmarke“, berichtete der Wiener Gerichtsvollzieher.

„Das Auto steht vor dem Gericht“

Der Angeklagte sei sogar zu ihm aufs Gericht gekommen, erinnerte sich der Zeuge. „Ich frage: Wo ist das Auto jetzt? Er sagte, das steht vor dem Gericht“, erzählte der Gerichtsvollzieher weiter.

Der 37-Jährige bestritt, den Gerichtsvollzieher aufgesucht zu haben. „Ich kenne Sie gar nicht!“, sagte der Angeklagte.

Die 24-jährige Frau des Angeklagten behauptete, im Juli 2020 den BMW um 9.500 Euro vom Freund ihres Mannes gekauft und einige Tage später weiterverkauft zu haben.

Sie verwickelte sich in weiterer Folge in Widersprüche, die nicht aufgelöst werden konnten.

Die Richterin will jetzt klären lassen, auf wen der BMW zu welchem Zeitpunkt angemeldet war. Der Prozess wurde vertagt.