Ex-Schwiegertochter bedroht: Pensionist drohte Frau „Watsch‘n“ an

Erstellt am 02. Juni 2022 | 04:11
Lesezeit: 3 Min
Gericht Eisenstadt Justizzentrum Eisenstadt Burgenland Prozess Urteil Symbolbild
Das Justizzentrum Eisenstadt.
Foto: Werner Müllner
66-Jähriger verteidigte sich: „Das höre ich in Wien dreimal am Tag!“ Tatausgleich im Gericht.
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Gut war der 66-Jährige im September 2021 nicht auf die Ex-Freundin seines Sohnes zu sprechen: Wegen ihrer Anschuldigungen war im Sommer gegen seinen Sohn Untersuchungshaft verhängt worden.

„Sie hat geschimpft und geflucht und den Deckel auf den Mistkübel gehaut.“

Am 3. September hatte der 66-Jährige zuerst seinen Sohn im Eisenstädter Gefängnis und dann seine Ex-Frau im Bezirk Eisenstadt besucht.

Plötzlich tauchte dort auch die Ex-Freundin des Sohnes auf.

„Sie hat geschimpft und geflucht und den Deckel auf den Mistkübel gehaut“, berichtete der 66-Jährige am Dienstag dieser Woche vor Gericht.

Außerdem soll seine Ex-„Schwiegertochter“ seine Ex-Frau als „Puffmutter“ beleidigt haben.

„A bissl zornig war ich schon auf sie“, gab der Angeklagte zu.

Und dann fielen die folgenschweren Worte.

„Sie soll die Papp’n halten, sonst hau‘ i ihr a Watsch’n runter! Das habe ich ihr gesagt. Sonst nichts“, zeigte sich der Angeklagte zum Vorwurf der gefährlichen Drohung geständig.

„In Wien hört man das dreimal am Tag. Das ist so ein Spruch“, relativierte er dann den Stellenwert seiner Äußerung.

Vom „Umbringen“ habe er nichts gesagt.

Das Opfer der Drohungen hatte bei der Polizei behauptet, der Angeklagte habe ihr „Du gehörst ja umgebracht“ nachgerufen.

Richterin Birgit Falb lud den bislang unbescholtenen Angeklagten zu einem gerichtlichen Tatausgleich ein.

Er entschuldigte sich für die Drohung und beteuerte, nie mehr Ähnliches zu äußern, insbesondere nicht gegenüber einer Frau.

Opfer bekam 100 Euro, Prozess wurde eingestellt

Der Angeklagte übergab der Vertreterin des Opfers 100 Euro als Schadensgutmachung und zahlte weitere 100 Euro Pauschalkosten für das Gericht ein, danach war die Sache für ihn erledigt. Der Prozess wurde eingestellt.

Das Opfer der Angriffe zeigte sich mit der Vorgangsweise einverstanden.

Der Sohn des 66-Jährigen war übrigens im Jänner 2022 wegen einer leichten Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlicher Drohung zu sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Da er diese Strafe bereits in der Vorhaft verbüßt hatte, wurde er nach der Urteilsverkündung aus der Haft entlassen.

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