Freundin geprügelt: 29-Jähriger vor Gericht. 18 Monate Haft für vorbestraften 29-Jährigen, der seine Freundin verletzt haben soll. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 18. September 2019 (04:52)
Werner Müllner
Das Justizzentrum Eisenstadt.

Im Jänner und im Zeitraum bis zum 24. April 2019 soll ein 29-jähriger, arbeitsloser Mann seine Freundin mit Faustschlägen verletzt haben. Laut Anklage erlitt die Frau unter anderem Rippenbrüche und zahlreiche Hämatome.

Vor Gericht beteuerte der Angeklagte, der sich seit 26. April in Untersuchungshaft befindet: „Wir haben viel gestritten, es war teilweise laut in der Wohnung. Aber ich habe meine Verlobte nie am Körper verletzt.“

Anzeige hatte eine Nachbarin erstattet, der sich das mutmaßliche Opfer anvertraut haben soll. Vor Gericht machte die Frau einen Rückzieher. Die von Ärzten festgestellten Verletzungen seien ihr nicht von ihrem Freund zugefügt worden. Sie sprach davon, von selbst „über einen Bügeltisch gefallen“ zu sein. Am 21. Jänner 2019 war ein Polizist vor Ort gewesen, nachdem die Nachbarin Alarm geschlagen hatte.

„Das Opfer wartete mit blutverschmiertem Gesicht in der Nachbarwohnung“, berichtete der Polizist vor Gericht. „Die Frau sage, sie sei von ihrem Lebensgefährten mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Sie fiel zu Boden, er haute sie noch einmal, als sie am Boden lag. Das waren ihre Erstangaben“, so der Polizist. „Fast jeden Tag gab es Lärm, Polterei und Schreie“, berichtete eine weitere Hausbewohnerin, die oberhalb des Paares lebt.

Angeklagter will sich vom Alkohol fernhalten

„Wir waren beide nicht nüchtern“, gab der Angeklagte zu den Vorwürfen an. Er beteuerte, nun mit einer Alkohol- und Drogenentwöhnung beginnen zu wollen. Das hatte er 2017 bereits Richter Wolfgang Rauter versprochen, der den Mann zu zehn Monaten Haft verurteilt hatte, weil dieser zwei Männer verprügelt hatte. „Sie bekamen eine Alkoholentzugstherapie, soffen aber weiter!“, hielt Richterin Birgit Falb dem Angeklagten vor.

Ein medizinischer Sachverständiger hatte die Freundin des Angeklagten untersucht. Er stellte fest, dass die Verletzungen durch Faustschläge verursacht worden sein könnten, nicht jedoch durch einen Sturz vom Rad oder durch Anstoßen an Gegenständen erklärbar seien. Die blauen Flecken am Körper seiner Freundin würden von einem Vitaminmangel stammen: „Wir aßen beide zu wenig.“ Die Richterin schenkte den Schilderungen des Angeklagten keinen Glauben und verurteilte den vierfach vorbestraften Mann zu 18 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.