Fürs Tonstudio: Freundin Geld herausgelockt

Erstellt am 21. Januar 2022 | 05:52
Lesezeit: 3 Min
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Die 15.000 Euro von der Freundin investierte der Angeklagte in sein Tonstudio, das sich in seinem Kinderzimmer befand.
 
Foto: Symbolfoto: PrinceOfLove, shutterstock.com
19-Jähriger soll Schulfreundin betrogen und sie gebissen haben.
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15.000 Euro investierte eine 19-jährige Frau aus dem Bezirk Wiener Neustadt im Oktober 2020 ins Tonstudio ihres Schulfreundes, der im Bezirk Eisenstadt lebt. Von den versprochenen Gewinnbeteiligungen sah sie jedoch nichts. „Er redete über sein Musiklabel und dass er als Musikproduzent sehr erfolgreich ist“, berichtete die 19-jährige Frau. „Er sagte, dass ich viel mehr Geld bekommen könnte, als ich investiert habe“, setzte sie fort.

„Ich hatte Gefühle für ihn, da macht man solche Sachen“

Im Oktober 2020 überwies sie ihm 15.000 Euro, bereute diesen Schritt aber noch am selben Tag. „Hatte Gefühle für ihn, da macht man solche Sachen“
„Ich hatte Gefühle für ihn, da macht man solche Sachen“, erklärte sie vor Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri, bei der sich der angeklagte 19-Jährige vorige Woche wegen des Vorwurfs des Betrugs und anderer Straftaten verantworten musste. Er bekannte sich „in allen Punkten nicht schuldig“.
Die 15.000 Euro habe er sofort in Geräte für ein Tonstudio gesteckt, das er in seinem Kinderzimmer betrieb. Deshalb habe er seiner Freundin das Geld nicht mehr zurückgeben könne, als diese darum bat.

„Erzielten Sie ein Einkommen aus Ihrem Label?“, wollte die Richterin wissen.
„Ja, auf jeden Fall“, sagte der Angeklagte. Für 200.000 „Streamings“ habe er für einen Song eine Goldene Schallplatte erhalten. „Da blieben nach Versteuerung ein paar Hundert Euro übrig“, sagte der Label-Betreiber.
Seiner Freundin habe er 15 Prozent der Gewinnspanne zugesagt. „Machten Sie einen Gewinn?“, fragte die Richterin. „Leider nicht“, antwortete der Angeklagte.

Als die Zeugin dem Gericht auf ihrem Handy gespeicherte Videos zeigte, in denen der Angeklagte ihr „Arsch viel Geld“ versprach, bekannte sich der 19-Jährige nach Rücksprache mit seinem Anwalt zum Betrugsvorwurf schuldig.
Vorgeworfen wurde ihm auch, seine Schulfreundin mehrmals gebissen zu haben.

„Auge um Auge, Zahn um Zahn“

Bei einem Treffen in einem Park in Wiener Neustadt habe sie ihn mit einem erfundenen Date provozieren wollen, da sei der Angeklagte aggressiv geworden, so die Zeugin. Er habe sie angespuckt und dann ohne Vorwarnung in den Oberarm gebissen und etwas später am Haaransatz in die Stirn gebissen. Die Bissattacken hätten sich am selben Tag fortgesetzt, als beide einen Freund in Eisenstadt besuchten. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, sagte der Angeklagte. „Sie fing mit Beißen an. Ich dachte, das will ich mir nicht gefallen lassen und biss zurück. Das war eher ein Knabbern.“ Der Prozess wurde vertagt.

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