Gefährlich: Panzerfaust im Haus. Bezirk Eisenstadt: 24-Jähriger besaß Panzerfaust. „Ich dachte mir, in dem Röhrl sind vielleicht Karten drin.“ Diversion mit 500 Euro Geldbuße.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 18. Juni 2021 (06:21)
Diese Panzerfaust - eine verbotene Waffe - stand im Besitz des 24-Jährigen. 
zVg

Er besitze, gab der 24-jährige Angeklagte an, zwei Wohnungen und eine Liegenschaft, die er mit seinem Anteil aus dem Lottogewinn seiner Eltern finanziert habe.

Einkommen habe er keines, er sei Schüler an einem Abendgymnasium.

Vor Gericht musste er erklären, wie eine „U. S. Army Rocket“ Panzerfaust in seinen Besitz gekommen war.

„Meine Schwester kaufte ein Haus“, berichtete der Angeklagte. Beim „Stierdln“ in diesem Haus, das sich im Bezirk Eisenstadt befindet, hätten seine Mutter und seine Schwester im Sommer 2016 oder 2017 die Panzerfaust gefunden und ihm diese übergeben.

„Ich wusste nicht, dass es eine Panzerfaust war“, behauptete der Angeklagte. „Ich dachte mir, in diesem Röhrl sind vielleicht Karten oder Schriften drin.“

Mutter brachte Panzerfaust heim

„Sie meinen, es handelte sich um eine Art Köcher“, vergewisserte sich Richterin Doris Halper-Praunias. „Ich dachte nicht, dass mir die Mutter eine Panzerfaust heimbringt“, argumentierte der Angeklagte.

„Oben ist etwas zum Aufmachen wie bei einer Chips-Dose“, schilderte er die Beschaffenheit der illegalen Waffe. „Ich schüttelte das Röhrl, weil ich dachte, es kommen Dokumente heraus.“

„Das sehe sogar ich als Laie, dass das wie eine Panzerfaust aussieht“, wunderte sich die Richterin. Und sie ermahnte den Angeklagten: „Stellen Sie sich vor, sie machen das auf und es explodiert!“

Er sei damit beschäftigt gewesen, zu studieren, und habe das „Röhrl“ auf den Dachboden jenes Hauses getragen, das sein Bruder bewohnt. Als es zum Streit mit dem Bruder kam, räumte dieser die Besitzstücke des 24-Jährigen aus und brachte die Panzerfaust gemeinsam mit anderen Waffen zur Polizei.

„Sind Sie Waffensammler?“, wollte die Richterin wissen.

„Ich sammle generell Altes“, gab der Angeklagte bekannt. Die am Dachboden entdeckten Schwerter und Gewehre habe er auf Flohmärkten oder im Internet erstanden.

„Mit gefährlichen Waffen will ich nichts zu tun haben“, beteuerte der 24-Jährige. „Alles was schießt und Krach macht, will ich nicht.“

Die Gewehre in seinem Besitz seien „Federdruckgewehre“ zum Schießen von Plüschtieren gewesen, er habe diese im Prater erworben.

„Haben Sie noch andere Waffen?“, fragte die Richterin. „Nur Pfeil und Bogen“, gab der Angeklagte bekannt.

„Auch keine Munition oder Sprengstoff?“, hakte der Staatsanwalt nach. „Nein. Ich weiß, wie eine Granate aussieht. Da hätte ich die Polizei gerufen.“

Der 24-Jährige kam in den Genuss einer Diversion: Wenn er 500 Euro Geldbuße bezahlt, wird der Strafprozess gegen ihn eingestellt.