Großer Polizei-Fund: Hanf spross aus jeder Ritze

Im Garten eines Hauses im Bezirk Eisenstadt gedieh Cannabis prächtig. Polizei stellte 50 Pflanzen sicher.

Erstellt am 02. November 2021 | 06:45
Hanf Marihuana Symbolbild
Symbolbild
Foto: Symbolbild

Begonnen hatte alles mit einer weiblichen Cannabispflanze, die ein 25-jähriger Arbeiter im Mai 2020 gekauft und im Garten des Hauses eines 28-jährigen Freundes im Bezirk Eisenstadt eingesetzt hatte.

Eine zweite Hanfpflanze holte er sich von einem Acker.

Vorige Woche mussten sich beide Männer wegen des Anbaus, des Besitzes und des Konsums von Cannabis vor Richterin Daniela Berger verantworten.

Viel habe er sich nicht um die Pflanzen gekümmert, berichtete der 25-Jährige. Der Ertrag sei dann auch eher enttäuschend gewesen.

„Von der weiblichen Pflanze war nicht alles zu verwerten“, berichtete der Hanfbauer. „Da waren lauter Samen drauf.“

An der Cannabispflanze gerüttelt und geschüttelt

Deshalb hatte er im Herbst 2020 beim Vorbeigehen immer wieder an der Grünpflanze „gerüttelt und geschüttelt“, damit die Samen herausfallen.

Das hatte Folgen: Im Frühjahr 2021 wucherten die Cannabispflanzen im ganzen Garten. „Sogar aus dem Schotter und dem Komposthaufen kamen die Pflanzen heraus“, berichtete der 25-Jährige.

„Gesehen habe ich es natürlich. Es war nicht so, dass ich nicht in den Garten schaute“, gab der 28-jährige Hausbesitzer zu. „Ich sagte auch, der Garten gehört hergerichtet. Es war unserer Faulheit geschuldet, dass wir das nicht getan haben.“

Man wäre mit dem „Auszupfen“ gar nicht nachgekommen, gab der 25-Jährige vor Gericht offen zu. „Wenn ich eine Pflanze ausreiße, kommen fünf nach.“

„Was hätten Sie mit den Pflanzen gemacht?“, fragte die Richterin den 25-Jährigen. „Nichts“, antwortete dieser. „Ich hätte geschaut, was ich rauchen kann und den Rest auf den Komposthaufen gegeben.“

Ende Juli 2021 betrat die Polizei die Cannabis-Plantage. 50 bis zu zwei Meter hohe und in voller Blüte stehende Pflanzen wurden sichergestellt.

Beide Angeklagte gaben zu, Cannabis konsumiert zu haben. Weitergegeben hätten sie nichts.

Die Richterin entschied sich für eine „gesundheitsbezogene Maßnahme“: Dazu wird eine Stellungnahme der Bezirkshauptmannschaft eingeholt. Wenn die Angeklagten kooperativ sind und negative Harntests abgeben, wird das Verfahren gegen sie eingestellt.