Hausarzt Andreas Vlaschitz: „Für die Patienten“. Nach der Aufhebung des verpflichtenden Dienste am Wochenende von Hausärzten, machen Ärzte diese freiwillig weiter.

Von Sigrid Janisch. Erstellt am 02. Juli 2021 (06:25)
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Dr. Andreas Vlaschitz.
zVg, zVg

Mit 30. Juni endet nach den anderen Bundesländern nun auch im Burgenland die Verpflichtung für niedergelassene Kassenmediziner, am Wochenende Dienst zu übernehmen. Die ÖGK richtete allerdings die Bitte an die Ärzte, diese Dienste weiterhin zu übernehmen, freiwillig, nach wie vor aber gegen Bezahlung. Ein anderes alternatives System gibt es im Burgenland noch nicht.

Drei dieser Ärzte, die dem Nachkommen, sind Andreas Vlaschitz (Leithaprodersdorf, Stotzing), Peter Krenn (Neufeld) und Hans Reisner (Hornstein). Zu dritt decken sie den Sprengel Leithaprodersdorf, Loretto, Stotzing, Wimpassing, Hornstein und Neufeld ab. Allerdings: „können wir im nächsten Quartal 70 Prozent aller Dienste belegen, dadurch wird es ab Juli zu nicht besetzten Wochenenden kommen“, wie Vlaschitz auf seiner Facebook-Seite erklärt. Er und seine Kollegen entschlossen sich dazu, weil „ich glaube, dass es ein gutes System ist und durch die Änderungen der Dienstzeiten ist eine bessere Work-Life-Balance gegeben. Und die Patienten sollen gut versorgt sein“, so Vlaschitz im Gespräch mit der BVZ. Er habe aber auch vollstes Verständnis für Kollegen, die den Dienst nicht mehr machen wollen. Unter der Telefonnummer 02683–141 erhält man nach wie vor medizinische Betreuung.

Wettbewerb um junge Ärzte

Die Ärztekammer Burgenland erklärt auf Nachfrage der BVZ, dass die Pflichtdienste aus Wettbewerbsgründen abgeschafft wurden: „In NÖ und der Steiermark wurde diese schon abgeschafft. Wir merken anhand von Anfragen interessierter Ärzte, dass die Freiwilligkeit bei Wochenend-Diensten hier sehr wichtig ist. Daher musste das Burgenland nachziehen“, so Sabine Reichl. Die Juristin versichert aber den Burgenländern: „Es gibt Vertretungsmöglichkeiten von benachbarten Sprengelärzten oder Wahlärzten, damit kein Sprengel unbesetzt bleibt.“

Dass es deswegen zu einem Ansturm auf Spitals-Ambulanzen kommt, sei unwahrscheinlich. Reichl: „Seit Corona überlegen die Patienten sehr genau, ob sie wirklich in die Ambulanz müssen oder nicht.“