„Kampfgemeinden“: Zwei unter Beobachtung. Auf zwei Gemeinden im Bezirk schielen die Parteimanager ganz besonders: Die ÖVP will Steinbrunn und Hornstein gewinnen, die SPÖ wiederum will sie halten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 06. September 2017 (05:03)
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Kaum stehen wo mehr als zwei an Politik interessierte Menschen zusammen, gibts nur ein Thema: Wie geht die Wahl in der Gemeinde XY aus? Naturgemäß wird das in den Politbüros differenziert gesehen.

In Großhöflein rittern gleich drei um die Mehrheit

SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Ivan Grujic meint dazu zurückhaltend und diplomatisch: „Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen werden vor Ort in jeder Gemeinde entschieden. Je nach Themen und Programmen entscheiden die Wähler, wem er das Vertrauen gibt. Es wäre unfair jetzt explizit einzelne Gemeinden zu nennen. Es gibt Gemeinden, wo wir an Mandaten zulegen wollen genau so wie Gemeinden wo wir den Vizebürgermeister gewinnen wollen und auch Gemeinden wo es um das Amt des Bürgermeisters geht.“

ÖVP-Geschäftsführer Christoph Zarits geht ins Detail: „Vor allem in Steinbrunn und Hornstein wird das Rennen sehr knapp werden. Wir sind in beiden Gemeinden gut aufgestellt und haben bei der vergangenen Wahl den Vizebürgermeister gewonnen.“ Als weitere „Kampfgemeinde“ sieht er auch Oggau: „Dort werden nach dem Rückzug von Bürgermeister Schmid die Karten neu gemischt.“

Ebenso in Großhöflein wo drei gleich große Parteien um die Mehrheit rittern. Und nicht zuletzt hofft Zarits für seine Heimatgemeinde Zagersdorf, wo er im direkten Vergleich mit seinem Kollegen Grujic steht: „Natürlich hoffe ich auch dort, dass es zu Veränderungen zugunsten der ÖVP kommt.“ Derzeit steht es in Zagersdorf 8:7 für die SPÖ.

Steinbrunn bekommt neuen Bürgermeister

Fix ist, dass Steinbrunn einen neuen Bürgermeister bekommen wird. Denn der langgediente Ortschef Klaus Mezgolits (SPÖ) tritt nicht mehr an und überlässt das Feld Gerhard Frasz.

Nachdem erstmals drei Bürgermeisterkandidaten antreten – neben Frasz noch Thomas Kittelmann für die ÖVP und erstmals Michael Gadinger mit einer Liste Pächter Steinbrunner See – würde Frasz eine Stichwahl nicht überraschen: „Es ist schwer zu beurteilen, wie viele Stimmen Gadinger bekommt.“ Auch für Thomas Kittelmann (ÖVP) ist es schwer abzuschätzen, wie die Wahl ausgehen wird. „Die Chance besteht und ist größer als vor fünf Jahren“, meint der ÖVP-Kandidat.

In Hornstein stellt sich Judith Pratl (SPÖ) zum ersten Mal der Wahl. „Ich bin positiver Dinge, aber keiner kann sagen, wie die Wahl ausgeht. Das wird am 1. Oktober entschieden“, ist sich die seit Feber 2017 amtierende Bürgermeisterin sicher. Würde sie sich keine Chancen ausrechnen, würde sie nicht kandidieren. Frischen Wind in die Gemeinde möchte hingegen Christoph Wolf mit seinem ÖVP-Team bringen. „Ich hoffe, dass unsere Ideen und unser Team überzeugen“, wünscht sich Vize Christoph Wolf.

Die SPÖ hätte gerne Donnerskirchen retour

In Donnerskirchen liegt die SPÖ (10 Mandate) mit nur einem Mandat hinter der ÖVP (11), die den Bürgermeister stellt. Ziel ist, den Bürgermeistersessel wieder zurückzuholen, nachdem dieser bei der Wahl 2012 an die ÖVP ging. Bei der Wahl 2007 hatte die SPÖ mit elf Mandaten noch die Mehrheit im Gemeinderat. Es wird also vermutlich auch diesmal ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Auch in Wulkaprodersdorf wechselte das Amt des Bürgermeisters von der SPÖ zur ÖVP. Friedrich Zarits übernahm dieses damals. Die SPÖ stellte sich daraufhin neu auf und Markus Krojer übernahm die Ortsgruppe der SPÖ. Derzeit sind die Mandate wie folgt verteilt: ÖVP 9, SPÖ 7 und Unabhängige Liste Wulkaprodersdorf (UDW) 5 Mandate.

Interessant wird es in Klingenbach werden, weil es in beiden Fraktionen ein neues Team gibt. Für beide Spitzenkandidaten ist es das erste Mal, dass sie sich der direkten Wahl stellen. Im Dezember lübergab der damalige Bürgermeister Johann Frank (SPÖ) sein Amt an Richard Frank.

Auch in der ÖVP gab es einen Wechsel an der Spitze: Vizebürgermeisterin Eva Frank übergab an Peter Vlasits. Auch wenn die SPÖ mit zehn Mandaten die Mehrheit im Gemeinderat hat, dürfte es mit den beiden jungen Kandidaten ein spannender Wahltag werden. Derzeitiger Stand: 12:7 für die SPÖ.