Koch klaute in Kantine Essen und Bargeld. Zwei Jahre lang zweigte ein Ungar Lebensmittel und Bargeld ab. Jetzt wurde er verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 23. Dezember 2018 (07:20)
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Gerüchte hatte es in dem Betrieb im Bezirk Eisenstadt schon längere Zeit gegeben: Der in der Kantine beschäftigte Koch wurde verdächtigt, Lebensmittel zu entwenden. Daher erhielt der Mann ein Parkverbot am Firmengelände.

Anfang Mai 2018 war der Koch auf Urlaub. Und plötzlich, so sein Vorgesetzter, sei der Umsatz in der Kantine nach oben geschnellt. Nach dem Urlaub wurde der Mann beobachtet, wie er seine Tasche im Auto verstaute. Der Chef forderte ihn auf, den Kofferraum zu öffnen, und entdeckte rund eineinhalb Kilogramm Faschiertes, einen Bund Gemüse und ein Sackerl Spinat.

Von der Polizei befragt, gab der Verdächtige zu, nicht nur Speisen und Lebensmittel mit nach Hause genommen, sondern auch konsumierte Speisen nicht korrekt in der Registrierkassa verbucht zu haben.

Geld soll für Operation gewesen sein

Die Firma, in der er tätig war, ist mittlerweile in Konkurs. Der Masseverwalter machte ursprünglich einen Schaden von 60.000 Euro geltend, dieser wurde in der Verhandlung, die in der Vorwoche am Landesgericht Eisenstadt stattfand, auf 10.000 bis 20.000 Euro reduziert.

Vor Richterin Daniela Berger gab der angeklagte 32-jährige Ungar seine Diebstähle reumütig zu. Er habe, so der Ungar, das Essen für seine Eltern und sich selbst mitgenommen. Das gestohlene Geld habe er, so der Ungar, verwendet, um dem Vater eine Operation zu ermöglichen. „In Ungarn muss man“, erklärte die Verteidigerin des Angeklagten, „schwarz bezahlen, wenn man operiert wird.“

Es handle sich, so die Anwältin, die selbst aus Ungarn stammt, um ein sogenanntes „Kuvertgeld“, ohne das man kein Krankenhausbett, kein Mittagessen und keinen rechtzeitigen OP-Termin bekomme.

Der Angeklagte wurde zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An den Masseverwalter seiner Ex-Firma muss er 5.100 Euro Schadenersatz zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.