Pfusch am Bau endete vor Gericht. Drei Rumänen mussten sich vor Gericht verantworten. Sie sollen für Dacharbeiten 18.000 statt der vereinbarten 700 Euro verlangt haben. Richterin sprach das Trio von Betrugsvorwurf frei.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 09. Juli 2021 (05:24)
Gericht
NOEN, Erwin Wodicka

Drei Schwarzarbeiter aus Rumänien hatten am 27. Februar 2020 bei einem Hausbesitzer im Bezirk Eisenstadt Arbeiten an der Überdachung eines Wohnwagens durchgeführt. Nach Abschluss der Arbeiten kam es zum Streit.

Die Schwarzarbeiter sollen plötzlich statt der vereinbarten 700 Euro einen weit höheren Betrag, nämlich laut dem Hausbesitzer 18.000 Euro, verlangt haben. Vorige Woche standen die drei Rumänen wegen des Vorwurfs des Betrugs vor Gericht.

Sie gaben an, nicht sie selbst, sondern ein vierter Schwarzarbeiter habe den Auftrag eingefädelt und den Preis vereinbart. Sie selbst, sagten die Männer, würden überhaupt nicht Deutsch sprechen.

„Ich war damals mit einem Kollegen, den ich am Tag vorher in Sopron kennengelernt hatte, in Eisenstadt auf Arbeitssuche“, ließ einer der Angeklagten, ein 29-jähriger vorbestrafter Mann, durch die Dolmetscherin übersetzen. Der unbekannte Vermittler habe ihn damals angerufen und gefragt, ob er an den Dacharbeiten teilnehmen wolle.

Die beiden anderen Angeklagten, Cousins im Alter von 38 und 26 Jahren, waren damals bereits vor Ort. „Wie viel Geld ich hätte bekommen sollen, weiß ich nicht“, gab der 29-Jährige an. „Das kommt mir seltsam vor, dass man zu einer Baustelle kommt und nicht weiß, wie viel man verdient“, wunderte sich der Staatsanwalt.

Job am „Arbeiterstrich“ vermittelt bekommen

„Wenn 100 bis 200 Euro übrig bleiben, ist das ein gutes Einkommen“, sagte der Angeklagte.
Der 38-Jährige gab an, den Auftragsvermittler in Wien auf einem „Arbeiterstrich“ kennengelernt zu haben. „Er sagte, wir bekommen 700 Euro für die Arbeit“, berichtete er vor Gericht.

Das Dach sei fertiggestellt worden. Der Vermittler sei dann mit dem Hausbesitzer zur Bank gefahren, der Hausbesitzer habe aber die geforderte Summe von 18.000 Euro nicht bezahlen wollen und mit der Polizei gedroht.

Hausbesitzer übt Kritik an Ausführung der Arbeiten

Der Hausbesitzer argumentierte, dass die Arbeit nicht fachgerecht ausgeführt worden sei. „Nein, diese Arbeit wurde sehr gut gemacht“, widersprach der 38-Jährige.

Der Hausbesitzer bestätigte, dass die Arbeit bis auf die Montage der Regenrinne fertiggestellt und das Dach bis dato dicht sei. Dennoch blieb er auch vor Gericht dabei: Die Arbeit der Schwarzarbeiter sei „nichts wert“ gewesen.

Richterin Karin Lückl sprach die drei Männer im Zweifel vom Vorwurf des Betrugs frei. Es handle sich eher um eine zivilrechtliche als eine strafrechtliche Angelegenheit.