Schüler schickte Sex-Video weiter. Intime Aufnahmen von Jugendlicher machten die Runde. 19-Jähriger aus dem Bezirk Eisenstadt angeklagt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 11. Juni 2021 (04:42)
Im Web kursierten die intimen Szenen.
Symbolbild: Travel man, Shutterstock.com

Im Zuge von Ermittlungen im Zusammenhang mit Suchtgiftgeschäften wertete die Polizei 2020 auch das Handy eines jungen Mannes aus.

Auf dem Handy war ein Video abgespeichert, auf dem man eine junge Frau bei sexuellen Handlungen sah.

Der Besitzer des Handys gab an, das Video im Herbst 2019 von einem damals 17-jährigen Freund zugeschickt bekommen zu haben.

Dieser heute 19-jährige Mann aus dem Bezirk Eisenstadt musste sich vorige Woche wegen des Tatbestands der Kinderpornografie vor Richterin Gabriele Nemeskeri verantworten.

Er bekannte sich reumütig schuldig und erklärte, wie er in den Besitz des intimen Videos gekommen war.

Anfang Oktober 2019 habe er bei einem Freund übernachtet. Dieser hatte sein Handy zum Aufladen angesteckt und den Raum verlassen.

Aus Neugierde habe er, so der Angeklagte, die gespeicherten Fotos und Videos durchgescrollt und sei dabei auf das Video einer Bekannten gestoßen, das die damals 17-jährige Jugendliche bei sexuellen Handlungen zeigte.

Er schickte sich dieses Video auf sein eigenes Handy weiter und löschte am Handy des Freundes den Chat-Verlauf.

Freunde wollten das Video auch sehen

Danach erzählte er vier Freunden von dem intimen Video. „Sie fragten, ob ich es ihnen weiterschicken kann“, berichtete der Angeklagte vor Gericht. Diesem Wunsch sei er nachgekommen, „was ein großer Fehler war!“, wie der 19-Jährige eingestand.

Das Video wurde weiter geteilt und machte unter den Jugendlichen die Runde. „Wirklich viele Leute wussten davon!“, hielt die Richterin dem Angeklagten vor.

Dieser sah ein, dass die Konsequenzen nicht nur für ihn, sondern vor allem für die öffentlich bloßgestellte Jugendliche schlimm waren. Er habe sich bei der jungen Frau entschuldigt und sei wieder mit ihr in freundschaftlichem Kontakt.

Sie selbst hatte nach dem Vorfall keine Anzeige erstattet. Erst der Zufallsfund der Polizei am Handy eines der Beteiligten im erwähnten Suchtgiftverfahren löste Ermittlungen in dieser Angelegenheit aus.

Um einen Fall von Kinderpornografie handelte es sich, weil das Video eine Minderjährige zeigte.

Der 19-Jährige wurde schuldig gesprochen, auf den Ausspruch einer Strafe wurde für eine Probezeit von zwei Jahren verzichtet. Die Tatsache, dass Täter und Opfer im selben Alter waren, wirkte strafmildernd.

Kinderpornografie sei schwerwiegender zu beurteilen, wenn der Täter wesentlich älter als das Opfer sei, erklärte die Richterin. Dennoch sei auch das vom Angeklagten begangene Delikt strafbar.