Umsatzeinbrüche auch in Burgenlands See-Tourismus. Burgenlands Tourismus bricht im Juni um ein Drittel ein. Die Seegemeinden im Bezirk Eisenstadt retten zwar die Bilanz, aber auch sie kämpfen. Ein Lokalaugenschein.

Von Sigrid Janisch, Markus Wagentristl und Peter Wagentristl. Erstellt am 03. August 2020 (05:12)
Gemischte Bilanz. Wolfgang Drescher (Drescher Touristik) bilanziert in Rust positiver als in Mörbisch.
BVZ

Zu Wochenbeginn präsentierten erst der Burgenland Tourismus und danach die Wirtschaftskammer WK die Tourismusbilanz: Für Juni ist das Nächtigungs-Minus von 34,1 Prozent zwar bundesweit ist das geringste. Aber der Halbjahresvergleich Jänner bis Juni 2019 mit 2020 weist ein dramatischeres Minus von 51,4 Prozent aus. Besonders bitter: Nachdem es im Jänner und Feber nach einem schönen Plus ausgehen hatte, brachen die Zahlen Corona-bedingt von März bis Mai fast gänzlich ein.

Dass das Minus nicht noch drastischer ausfiel, liegt vor allem an den Gemeinden rund um den Neusiedler See, erklärten der WK-Tourismus-Spartenobmann Helmut Tury und Spartengeschäftsführer Franz Perner. „Wer direkt am See liegt, steht besser da als, als Betriebe in der zweiten Reihe“, ist Perners Faustregel. „Besser“ bedeutet freilich immer noch ein Minus, ausgeglichen oder gar positiv hätten nur ganz wenige Ausnahmen bilanziert. Totalausfälle gibt es natürlich vor allem bei Gästen aus dem Ausland (Deutschland -72, Ungarn -62 Prozent). Bei Gästen aus Wien und den anderen Bundesländern, die über 75 Prozent der Gäste ausmachen, gab es ebenfalls Rückgänge.

Die Hoffnung der WK beruht vor allem auf dem Radtourismus, der Weintourismus ziehe landesweit noch nicht ausreichend an, der Kulturtourismus sei ohnehin ein Totalausfall. Was aber gerade der Radtourismus braucht, sei eine Rundumerneuerung: Sanierte Radwege, bessere Beschilderung, Labstationen und Apps, betont Perner.

Gemischte Bilanz in Rust und Mörbisch

Während die Statistik Rust und Mörbisch ein Minus von 49 und 61 Prozent ausweist, bilanziert Wolfgang Drescher von Drescher Touristik im BVZ-Gespräch gemischt: „In Rust (Hotel am Greiner) können wir uns nicht beklagen, es sind sehr viele Touristen im Ort. Der Großteil sind Österreicher, am Anfang fast zu 100 Prozent. Von den deutschen Festspiel-Touristen kommen heuer nur ein paar Stammgäste trotzdem nach Rust. In Mörbisch (Hotel Drescher) sieht es anders aus, da haben wir das Hotel noch gar nicht aufgesperrt. Aber ich bin froh, es hätte auch noch viel schlimmer kommen können. Natürlich ist es eine atypische Saison, die mit keiner zu vergleichen. Ich hoffe es bleibt weiterhin so positiv wie derzeit. Die Restaurants sind voll, was aber auch daran liegt, dass wir die Tische weiter auseinander gestellt haben und daher nur 80 Prozent der Kapazitäten haben.“

Etwas weiter nördlich am Neusiedler See, in Purbach, war die Lage im ersten Halbjahr mit einem Minus von 71 Prozent besonders dramatisch.

Weintourismus sorgt für Hoffnung in Purbach

Der BVZ weiß Stadtmarketing-Geschäftsführerin Sabine Schwarz aber schon positivere Zahlen für den Sommer zu berichten: „Die Buchungslage ist sehr gut. Vor allem zum Wochenende hin sind die Zimmer ausgebucht. Wir haben festgestellt, dass die Gäste auch länger bleiben, zwischen einer und zwei Wochen. Außerdem kommt ein anderes Publikum, wie wir auch in der Vinothek Haus am Kellerplatz bemerken. Es wird mehr Wein gekauft und mitgenommen.“

Zu Wochenbeginn präsentierten erst der Burgenland Tourismus und danach die Wirtschaftskammer WK die Tourismusbilanz: Für Juni ist das Nächtigungs-Minus von 34,1 Prozent zwar bundesweit ist das geringste. Aber der Halbjahresvergleich Jänner bis Juni 2019 mit 2020 weist ein dramatischeres Minus von 51,4 Prozent aus. Besonders bitter: Nachdem es im Jänner und Feber nach einem schönen Plus ausgehen hatte, brachen die Zahlen Corona-bedingt von März bis Mai fast gänzlich ein.

Wirtschaftskammer-Touristiker Helmut Tury und Franz Perner (v.l.).
BVZ

Dass das Minus nicht noch drastischer ausfiel, liegt vor allem an den Gemeinden rund um den Neusiedler See, erklärten der WK-Tourismus-Spartenobmann Helmut Tury und Spartengeschäftsführer Franz Perner. „Wer direkt am See liegt, steht besser da als, als Betriebe in der zweiten Reihe“, ist Perners Faustregel. „Besser“ bedeutet freilich immer noch ein Minus, ausgeglichen oder gar positiv hätten nur ganz wenige Ausnahmen bilanziert. Totalausfälle gibt es natürlich vor allem bei Gästen aus dem Ausland (Deutschland -72, Ungarn -62 Prozent). Bei Gästen aus Wien und den anderen Bundesländern, die über 75 Prozent der Gäste ausmachen, gab es ebenfalls Rückgänge.

Die Hoffnung der WK beruht vor allem auf dem Radtourismus, der Weintourismus ziehe landesweit noch nicht ausreichend an, der Kulturtourismus sei ohnehin ein Totalausfall. Was aber gerade der Radtourismus braucht, sei eine Rundumerneuerung: Sanierte Radwege, bessere Beschilderung, Labstationen und Apps, betont Perner.

Gemischte Bilanz in Rust und Mörbisch

Während die Statistik Rust und Mörbisch ein Minus von 49 und 61 Prozent ausweist, bilanziert Wolfgang Drescher von Drescher Touristik im BVZ-Gespräch gemischt: „In Rust (Hotel am Greiner) können wir uns nicht beklagen, es sind sehr viele Touristen im Ort. Der Großteil sind Österreicher, am Anfang fast zu 100 Prozent. Von den deutschen Festspiel-Touristen kommen heuer nur ein paar Stammgäste trotzdem nach Rust. In Mörbisch (Hotel Drescher) sieht es anders aus, da haben wir das Hotel noch gar nicht aufgesperrt. Aber ich bin froh, es hätte auch noch viel schlimmer kommen können. Natürlich ist es eine atypische Saison, die mit keiner zu vergleichen. Ich hoffe es bleibt weiterhin so positiv wie derzeit. Die Restaurants sind voll, was aber auch daran liegt, dass wir die Tische weiter auseinander gestellt haben und daher nur 80 Prozent der Kapazitäten haben.“

Etwas weiter nördlich am Neusiedler See, in Purbach, war die Lage im ersten Halbjahr mit einem Minus von 71 Prozent besonders dramatisch.

Weintourismus sorgt für Hoffnung in Purbach

Der BVZ weiß Stadtmarketing-Geschäftsführerin Sabine Schwarz aber schon positivere Zahlen für den Sommer zu berichten: „Die Buchungslage ist sehr gut. Vor allem zum Wochenende hin sind die Zimmer ausgebucht. Wir haben festgestellt, dass die Gäste auch länger bleiben, zwischen einer und zwei Wochen. Außerdem kommt ein anderes Publikum, wie wir auch in der Vinothek Haus am Kellerplatz bemerken. Es wird mehr Wein gekauft und mitgenommen.“

Weintourismus gibt den Purbachern Hoffnung. Sabine Schwarz vom Stadtmarketing.
zVg