Verkehr als zentrales Thema im Wahlkampf. Die ÖVP bewirbt derzeit ihr Mobilitäts-Konzept, die SPÖ einen „Zentralbahnhof Nord“.

Von Doris Fischer und Markus Wagentristl. Erstellt am 06. November 2019 (04:45)
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Symbolbild

Die vergangene Woche stand im Bezirk Eisenstadt Umgebung ganz im Zeichen der Verkehrspolitik. Erst hielt die ÖVP ihren Verkehrsgipfel ab, danach lud die SPÖ zur Pressekonferenz zum selbigen Thema.

ÖVP: Leistbare Mobilität mit Burgenland-Bus

Etwa 100 Personen diskutierten im Gasthaus Gregorits in Klingenbach beim Start der Mobilitätskonferenzen der ÖVP. „Unsere Mobilitätskonferenzen sollen konkrete Ideen, aber auch Denkanstöße liefern, wie man diese Herausforderungen mit Hausverstand meistern kann“, so Landesparteiobmann Thomas Steiner. Dabei ging es bei der Eisenstädter Mobilitätskonferenz auch um kleine Konkret-Maßnahmen, wie den Burgenland-Bus, der viel Anklang im Auditorium fand.

Dieser Bus ist eine von 47 Maßnahmen aus dem „Plan für das Burgenland“, die für mehr Bewegung im Land sorgen soll. Mit einer Investitionssumme von 10 Millionen Euro könne man kleine, regionale Busse im ganzen Burgenland einführen, die für mehr Mobilität in und zwischen den Gemeinden sorgen. Landesgeschäftsführer Christoph Wolf betonte, dass Mobilität sicher, leistbar, bequem und klimagerecht sein muss. „Andere Bundesländer, wie etwa Vorarlberg, sind uns hier meilenweit voraus“, so Steiner.

Martin Eder stand danach als Experte bei einer Podiumsdiskussion zur Verfügung. Er ist im Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus für saubere Mobilität zuständig und referierte über die Herausforderungen der ländlichen Mobilität. „Es war eine sachliche Diskussion über

alle Parteigrenzen hinweg“, freut sich Wolf über den Erfolg der Veranstaltungsreihe, die jetzt durch alle Bezirke geht. 

SPÖ will zukünftig einen „Zentralbahnhof Nord“

Landesrätin Astrid Eisenkopf und SPÖ-Landtagsabgeordneter Robert Hergovich hielten eine Pressekonferenz zum gleichen Thema. Sie betonten, gleichzeitig an kurzfristigen und langfristigen Lösungen zu arbeiten. Erste Maßnahmen, wie das Lkw-Fahrverbot an den Grenzübergängen oder die 70 km/h-Beschränkung zwischen Müllendorf und Großhöflein oder die Zusicherung von Lärmschutzmaßnahmen entlang der A3, wurden bereits gesetzt.

„Wir setzen uns für mehr Lebensqualität ein“, betont Eisenkopf und fügt hinzu: „Es wird keine Verlängerung der A3 ohne Zustimmung der Anrainergemeinden geben. Die ÖVP fährt in dieser Angelegenheit einen Zick-Zack-Kurs.“ Die ÖVP wiederum kontert: Sie habe immer gesagt, dass es für einen Ausbau die Zustimmung der Gemeinden befürfe. Von Zick-Zack könne keine Rede sein. Die ÖVP betont auf BVZ-Anfrage, dass sie sogar im Landtag dafür war, die Gemeindebevölkerung zu dieser Frage abstimmen zu lassen.

Für die Zukunft setzt die SPÖ auf einen „Zentralbahnhof Nord“ zwischen Großhöflein und Müllendorf. Hier könnten, so Eisenkopf und Hergovich unisono, die Verbindungen  der Bahnhöfe Neusiedl, Eisenstadt und Mattersburg in Richtung Wien zusammenlaufen.

„Schon jetzt denken wir über Alternativen nach. Das Zukunftsprojekt Zentralbahnhof könnte über eine Park&Ride-Anlage und auch ein Shoppingcenter verfügen“, stellt Eisenkopf in Aussicht.