Wie sich 5 Container in „Luft auflösten“: Betrugsprozess

Erstellt am 12. August 2022 | 04:49
Lesezeit: 3 Min
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Container wie diesen hier hatte der Betrüger gemietet. Der Besitzer sah weder die Miete noch jemals seine Container wieder.
Foto: Symbolfoto: ungvar, shutterstock.com
45-jähriger hochverschuldeter Mann hatte Abrollcontainer im Wert von 18.000 Euro gemietet. Jetzt wurde er in Eisenstadt verurteilt.
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270.000 Euro Schulden habe er, gab der 45-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Eisenstadt zu. Einkommen? Keines.

Wovon er lebe, fragte ihn Richterin Karin Lückl. „Von der Oma“, sagte der Angeklagte.

Schwerer Betrug und Veruntreuung wurden ihm vorgeworfen.

Einer Bekannten gegenüber hatte er behauptet, im Privatkonkurs zu sein und deshalb selbst keine Firma eröffnen zu dürfen. Die gute Seele tat das für ihn, doch ein halbes Jahr später ging das Projekt „den Bach hinunter“, wie es der Staatsanwalt formulierte.

2021 konnte der Angeklagte dennoch eine oberösterreichische Firma überreden, ihm sogenannte Abraummulden zu überlassen.

Die Miete für die Container zahlte der 45-Jährige nie. Mit allerlei Ausreden hielt er den Vermieter hin. Und dann waren die Container plötzlich weg.

Neben dem Preis für die erst ein Jahr alten Container in Höhe von 18.000 Euro verlangt die oberösterreichische Firma jetzt von dem glücklosen Unternehmer die offene Miete in Höhe von rund 8.000 Euro und Anwaltskosten von rund 2.000 Euro. „Sie hatten 37 Exekutionen anhängig! Wie dachten Sie, dass Sie das schaffen werden?“, wunderte sich die Richterin.

„Mehr arbeiten“, war die lapidare Antwort des Angeklagten. „Meine Schwester hätte mir geholfen“, meinte er.

Die Container seien bei Wulkaprodersdorf auf einer Wiese gestanden. Illegal habe er sie dort abgestellt, sagte der Angeklagte. „Wo genau?“, wollte der Anwalt der oberösterreichischen Firma wissen. „Ist da etwas in der Nähe, was Sie beschreiben können?“

„Sechs Pappelbäume“, antwortete der Angeklagten. „Sie halten uns am Schmäh!“, ärgerte sich der Anwalt. Irgendjemand habe ihm mit einer Anzeige gedroht, weil er die Container auf der Wiese abgestellt hatte, behauptete der Angeklagte.

Rumäne nahm die Container angeblich mit

Da sei ein ihm nicht näher bekannter „Rumäne“ vorbeigekommen, vielleicht 30 Jahre alt.

Dem hatte er sein Leid geklagt: Die Container mussten weg. Sofort! Gleich!

„Er sagte, kein Problem“, erinnerte sich der Angeklagte. „In einer Stunde hat er das gemanagt.“

„Und Sie wissen nicht, wo die Mulden sind?“, wunderte sich die Richterin. „Nein“, antwortete der Angeklagte.

Die Vermutung lag nahe, dass er die Container zu Geld gemacht hatte. Das bestritt der Angeklagte aber.

Der vorbestrafte Angeklagte wurde zu 16 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An die oberösterreichische Firma muss er 26.153 Euro bezahlen.

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