Kritik am „Bau-Boom“ am Seeufer: Resolution. Mehrere Vereine im Bezirk Eisenstadt sprechen sich in einer gemeinsamen Resolution gegen weitere Bebauung des Seeufers und für grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen aus.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 05. Oktober 2019 (06:19)
zVg/R. Judt
Die Unterzeichner der Petition Gyula Major, Christian Schuhböck, Rudolf Golubich, Wolfgang Pelikan (vorne v.l.) v.l.n.r.).zVg/R. Judt

Auf Initiative der Vereine „Freunde des Neusiedlersees“ dem ungarischen Pendant „Fertő tó barátai“, wurde vergangene Woche eine von „Alliance For Nature“ aufgesetzte Resolution zum Schutz des Neusiedler Sees präsentiert.

Unterzeichnet wurde die Resolution zusätzlich von den Vereinen „Aktion 21-Austria - pro Bürgerbeteiligung“, der Initiative Denkmalschutz und dem nationalen RAMSAR-Komittee Österreichs.

Die Unterzeichner warnen dabei vor weiterer Verbauung und erheben die Forderung nach einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung für Tourismusprojekte in Österreich und Ungarn. Durchgeführt sollen diese von Nichtregierungsorganisationen werden, um die Unabhängigkeit solcher Prüfungen zu garantieren.

„Verlust der Integrität und Authentizität“

„Auf österreichischer Seite finden rund um den See bereits seit Jahren Verbauungen statt, die das Natur- und Kulturerbe beeinträchtigen“, geben die Unterstützer der Resolution an.

„Zum einem werden direkt in den Schilfgürtel, bis auf die freie Seefläche reichende Halbinseln angelegt, auf denen Häuser und Villen errichtet werden. Zum anderen werden Hotels und Restaurants direkt am Seeufer gebaut, um eine touristische Vermarktung des Neusiedler Sees über das ganze Jahr hindurch zu ermöglichen. Die Authentizität und Integrität des UNESCO-Welterbes geht dadurch immer mehr verloren“, heißt es warnend in der Resolution.

Gegen die diversen Bauprojekte im, am und um den See formieren sich auf beiden Seiten der Grenze Bürgerinitiativen und Vereine, die gegen die Verbauung des Neusiedler Sees aktiv machen. Vor allem das Großprojekt in Fertörakos, der ungarischen Nachbargemeinde von Mörbisch, sorgt für Kritik ( wir hatten berichtet, siehe hier und unten). Geplant sind dort nach derzeitigem Stand ein vier-Sterne-Hotel, mehrere Sportplätze, Anlegeplätzen für rund 400 Segelschiffe und 350 Paddelboote sowie 880 PKW- und Bus-Parkplätzen.

Der Bau-Boom betrifft aber nicht nur die ungarische Seite des Neusiedler Sees. In Breitenbrunn sorgt die geplante Aufwertung des Seebades durch die Esterházy Betriebe für Kritik. Entstehen soll dort etwa eine neue Marina, auch der Strand soll neu gestaltet werden.