Mörbischer Südhafen ist weiterhin Sperrgebiet. Nach dem Brand von vier Schiffen hat man in Mörbisch mit den Reparaturen alle Hände voll zu tun.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 15. Mai 2019 (06:08)
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Geschlossen. Der Südhafen in Mörbisch ist wegen der Ölsperren weiterhin gesperrt. Noch im Laufe der Woche könnten aber die Freigaben durch BH und Land erteilt werden und der Schiffverkehr wieder starten.

Nach dem Brand kommen die Aufräumarbeiten: Die Folgen des verheerenden Schiffsbrandes im Mörbischer Hafen beschäftigen die Behörden weiterhin.

Finanzielle Dimension sei nach wie vor nicht absehbar

Für das Schifffahrtsunternehmen Weiss ist die Zerstörung von vier der sieben Schiffe zum Saisonstart natürlich ein harter Schlag. „Die Versicherung deckt leider nur den Zeitwert der Boote“, erklärt Bürgermeister Markus Binder (ÖVP), der am Samstag bei Aufräumarbeiten vor Ort war. Die Schiffe waren in Handarbeit von der Familie Weiss selber gebaut worden, eine Neuanschaffung würde die Versicherungssumme daher überschreiten.

Die finanzielle Dimension sei aber nach wie vor nicht absehbar. Fest steht für Bürgermeister Binder aber, dass auch die Aufräumarbeiten nicht billig ausfallen werden und einen hohen bürokratischen Aufwand mit sich bringen. Die Wracks wurden mit Autokränen und Baggern aus dem Wasser gezogen, vor Ort zerlegt und in Containern abtransportiert.

„Die Arbeiten laufen zügig, die Reste sind schon fast gänzlich weggeräumt. Wir gehen davon aus, dass der Südhafen schon diese Woche wieder freigegeben wird. Derzeit werden noch die letzten Teile des Wracks entfernt, dann kann das ausgetretene Öl abgesaugt werden und schließlich die Ölsperren entfernt werden“, schildert Bürgermeister Binder den weiteren Ablauf am See.

Betroffen ist auch ein Drittel der Anlegeplätze der Segelschule Lang. Chef Freddy Lang bleibt aber positiv: „Das Wassersportzentrum ist gar nicht betroffen, wir liegen nördlich der Sperre. Bei uns kann man auch jetzt uneingeschränkt segeln, surfen und paddeln.“

Feuerwehrboote bei Ausfahrt eingeschränkt

Von der Sperre betroffen ist dagegen die Feuerwehr in Mörbisch, die derzeit nicht ausfahren kann. Die Versorgung sei allerdings sichergestellt, so Bürgermeister Binder: Nur wenige Kilometer entfernt, in Rust, sei ebenfalls ein Boot stationiert, das im Brandfall rasch zur Stelle wäre. Die Polizei am See ist von den Fahrverboten nicht betroffen, da ihr Anlegeplatz hinter der Ölsperre liegt.

Der Ball liegt derzeit bei den Behörden: Nach der Gemeinde sind auch die Bezirkshauptmannschaft und das Hauptreferat Wasserwirtschaft des Landes mit den Auswirkungen der Brandkatastrophe beschäftigt und müssen noch eine Freigabe erteilen. Am See ist man bemüht, wieder Normalität herzustellen. Sollte der Zeitplan halten und der Mörbischer Südhafen ab Donnerstag wieder offen sein, will das Unternehmen Weiss mit den drei verbliebenen Schiffen den Betrieb wieder aufnehmen.

Für den Tourismus erwarte man sich in Mörbisch zumindest keine großen Konsequenzen, erklärt Tourismus-Geschäftsführerin Andrea Posch: „Unsere Gäste werden davon nichts spüren, wir rechnen nicht mit negativen Folgen für den Tourismus. Viele Stammgäste haben schon für heuer zugesagt und auch der Familie Weiss ihre Unterstützung ausgesprochen. Das Wetter kommt uns zurzeit entgegen, der Andrang ist noch gering.“