Regatten bleiben – Yachtclub auch?. Auch 2019 sollen in Breitenbrunn Segelwettfahrten sowie Kinderkurse stattfinden – Verbleib des Yachtclubs aber unklar.

Von Peter Wagentristl und Sigrid Janisch. Erstellt am 14. November 2018 (05:16)
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Im Gespräch. Gerüchte wurden laut, dass der Yachtclub Breitenbrunn im neuen Seebad, das die Esterházy Betriebe planen, verschwindet. Esterházy Betriebe beruhigt: „Das ist und war nie der Plan“, so Christian Janisch. Foto: Sigrid Janisch
Sigrid Janisch

Mit Jahresende wechselt das Seebad Breitenbrunn den Betreiber: Der Eigentümer, die Esterhazy Privatstiftung übernimmt das Areal von der Gemeinde, da der Pachtvertrag ausläuft. Mit dem Yachtclub Breitenbrunn (YCBb) gab es separate Gespräche, da man sich über dessen zukünftige Lage nicht einig wurde. Daher war auch unsicher, ob es weiterhin Segelgroßveranstaltungen geben wird.

Sportunion Burgenland als Vermittler

Nun haben Esterhazy und Sportunion, der Dachverband des YCBb, eine Rahmenvereinbarung getroffen, „welche Sportorganisationen die Nutzung der für den Segelsport notwendigen Wasser- und Landflächen ermöglicht, um 2019 Regatten, sonstige Wettkämpfe und Veranstaltungen sowie die Nachwuchsförderung durchführen“ zu können. Dem vorausgegangen war Kritik durch den Yachtclub Breitenbrunn vom damaligen Präsidenten Christian Müller-Uri: Es gäbe etwa zu wenig Platz, um die Ausstattung unterzubringen.

Neuer Vorstand. Christian Müller-Uri (Mitte) legte sein Amt als Präsident des YCBb nieder. Kurzfristig übernahm der nunmehrige Vize Franz Fellner, seit Samstag ist Rasi Walter Bajons Präsident des Yachtclubs.
ZVg

Ob der Streit zwischen Seglern und der Esterhazy Privatstiftung damit tatsächlich abgeschlossen ist, wird sich allerdings erst in weiteren Sitzungen der beteiligten Parteien klären. Die Sportunion sei aufgrund der belasteten Gesprächsbasis zwischen Yachtclub und Esterhazy „zwischengeschaltet“ worden.

„Für uns als Sportunion ist die Hauptaufgabe, die Vereine zu servicieren. Als Vermittler werden wir versuchen, eine gute Lösung für den Sport zu treffen. Zuletzt gab es Stillstand bei den Gesprächen, mittlerweile sind wir aber guter Dinge“, erklärt Karin Ofner, Präsidentin der Sportunion Burgenland. In der Vereinbarung wurde festgelegt, dass „die Sportunion für Veranstaltungen je nach Bedarf modulartig Flächen und Gebäude im jetzigen Yachtclub-Bereich mieten kann“, so eine Sprecherin von Esterhazy.

Zwei Vorstandswechsel in wenigen Wochen

Als Veranstalter könne die Sportunion aber nicht auftreten, das könne nur ein Verein, etwa der YCBb. Dieser muss der Vereinbarung also zustimmen. Beim Yachtclub selbst geht es unterdessen Schlag auf Schlag: Langzeit-Obmann Christian Müller-Uri legte sein Amt nieder. Von Esterhazy sei signalisiert worden, dass mit dem Vorstand um Müller-Uri keine Gesprächsbasis mehr gegeben sei.

„Ich muss nicht Präsident sein und habe mich der Wiederwahl nicht gestellt. Es ist wichtig, dass der Verein weiter besteht und dafür braucht es eben Gespräche mit Esterhazy.“ Daher habe er den Weg freigemacht. Auch mit Nachfolger Franz Fellner stimmte die Chemie nicht, daher übernahm am Wochenende Jurist Rasi Walter Bajons das Steuer. Am Dienstag geht es für ihn in Gespräche mit der Sportunion über die weitere Zukunft.

Nun scheint es auch zwischen YCBb und Gemeinde Unmut zu geben: Die Gemeinde habe mit ihrem Verzicht auf das Vorpachtrecht gegenüber der Esterhazy Stiftung den Mietvertrag mit den Seglern missachtet, erklärt Bajons. Daher habe man die Gemeinde geklagt, damit sie ihr Vorpachtrecht ausübt und der YC sein Clubgelände weiter nutzen könne. Da die Gemeinde mittlerweile auf ihr Vorpachtrecht verzichtet hat, habe sie auch die Rechtsposition des YCBb aufgegeben beziehungsweise verschlechtert. Verhandelt wird dazu im Dezember.

Die Gemeinde dazu: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, dürfen wir keinerlei Auskunft geben.“