Haubenkoch Stiegl will sich um Polizeipferde „kümmern“. Haubenkoch Max Stiegl vom Gut Purbach sorgte für Aufsehen, weil er sich der Pferde von Ex-Minister Kickl annehmen will.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 04. Juni 2019 (14:43)
Haubenkoch. Max Stiegl vom Gut Purbach.
Gault Millau

Es klingt fast so, als würde Max Stiegl während dem Telefonieren kochen. Das Scheppern der Töpfe im Hintergrund verstärkt nur den hemdsärmeligen Eindruck, den der vielfach ausgezeichnete Haubenkoch macht. „Ich wollte nicht cool sein. Mich hat das einfach interessiert.“ Das, das ist das Schicksal der Pferde, die Ex-Innenminister Herbert Kickl für den Polizeidienst rekrutieren ließ und deren dienstliche Zukunft nun ungewiss ist.

In einem, wie Stiegl sagt, „sehr, sehr höflichen Brief“ an Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen hatte er angeboten, sich um die Pferde und „am Ende des Tages“ auch um deren Wiederverwertung zu kümmern.

„Werbung bekomme ich auch so genug“

Stiegl, das ist die Pointe, ist Innereien-Spezialist. Pferd ist da auch immer mal wieder dabei. Demnächst als Tatar und als Gulasch. Nochmals nachgefragt versichert Stiegl wieder, dass es sich nicht um eine Werbeaktion handle („Werbung bekomme ich auch so genug“). Im Gegenteil, er war überrascht, dass die Präsidentschaftskanzlei seinen Brief einfach an ein Medium weitergegeben habe.

Eine Antwort auf den Brief habe er erst später erhalten, „und das war eigentlich eher eine Empfangsbestätigung“. Ansonsten seien die Reaktionen sehr positiv gewesen. „Natürlich waren ein paar Tierschützer dabei, die gemeint haben: ‚die armen Pferde!‘ Aber was soll bitte an Pferden arm sein? Die haben das schönste Leben und dann ernähren sie uns auch noch.“

Pferdefleisch habe zwar nicht mehr den besten Ruf, sei aber ein „altes Kulturgut im Burgenland: In Eisenstadt hat es früher gleich zwei Pferdefleischer gegeben.“ Das Scheppern der Töpfe wird lauter und Stiegl muss abrupt auflegen. Eines muss er noch loswerden: „Dass Kickl weg ist, darüber bin ich froh. Das können‘S schreiben.“