Eisenstadt: Christian Adam schreibt gewitzte Gedichte. Christian Adam spielte Bass für Georg Danzer, studierte Medizin und veröffentlichte jetzt ein Witze-Buch – und das in Reimform.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 04. Juni 2021 (06:22)

Eigentlich wäre eine Autobiografie angebracht gewesen. Denn so viel, wie Christian Adam erlebt hat, passt eigentlich gar nicht in ein Leben hinein. Geworden ist es ein zweibändiges Buch mit Witzen – in Versform. Aber von Anfang an.

Schule mit Laubner, Musik mit Danzer

Der 1950 geborene und in Eisenstadt aufgewachsene Adam fand sich auf der Schulbank des Gymnasiums Kurzwiese neben Sepp Laubner wieder. Dort saßen sie in der 1. Reihe, nach der Schule spielten sie miteinander Bassgitarre. „Ein toller Freund“, erinnert sich Adam im Gespräch mit der BVZ. Wenige Monate vor Laubners Tod hatten sich die beiden eigentlich noch in der Cselley Mühle verabredet. Aber dazu sollte es dann nicht mehr kommen. Laubner konzentrierte sich jedenfalls nach der Matura 1968 aufs Malen, Adam ging nach Wien um am Konservatorium Musik zu studieren. Da kam ihm der nächste Künstler in die Quere.

Ein gewisser Georg Danzer. „Ein begnadeter Künstler – er hat täglich ein Gedicht geschrieben. Ich hoffe der Nachlassverwalter gibt diese bald einmal als Buch heraus“, erinnert sich Adam an seine Zeit bei den „Madcaps“. Für ihn ist es eine bittere Ironie, dass Danzer für seine „eher potscherten Nummern“ wie „Jö schau“ (alias Nackerter im Havelka) bekannt geworden ist. „Dabei hat er wirklich schöne Texte geschrieben“, verweist Adam auf „Weiße Pferde“. Und somit brachte Adam ein Maler zur Musik und ein Musiker zum Gedichteschreiben.

Musiker, Mediziner und Witze-Macher

Nach mehreren Jahren im Musikgeschäft reichte es Adam dann. „Der Danzer ist dann nach Deutschland, aber dort wollt ich nicht hin. Mit dem deutschen Humor kann ich nix anfangen“, lacht Adam. Er meldete sich kurzerhand an der Uni an und studierte Medizin. Und danach, 1979, traf er wieder auf eine Art Künstler: Hans Krankl.

Dem singenden Fußballspieler nähte er als Rapid-Arzt nämlich ein Cut zusammen. Und zwar in der Halbzeitpause. „Das hat früher noch keiner gemacht, bis dahin wurden die Profis ins Spital geschickt und konnten die zweite Halbzeit nicht auflaufen.“ Bis 1990 blieb er seiner Rapid treu, spritzte und nähte Heribert Weber, Zlatko Kranjčar und Co bis ins Europacup-Finale 1985 (1:3 gegen FC Everton).

Praxis, Pension und gereimte Gedichte

Danach ging er es ruhiger an, der letzte verbliebene Künstler in seiner Biografie ist er selbst. Nachdem er sich als Allgemeinmediziner im steirischen Trofaiach niederließ, begann Adam, Witze aufzuschreiben – und zwar als Gedicht. „Viele der Witze sind ja schon bekannt, daher musste ich mir etwas Neues einfallen lassen“, lacht Adam.

Und wer in seinem neuen Buch blättert, lacht schnell einmal mit ihm mit.