Klingenbach: Pendeln in Wort und Bild

Erstellt am 16. Januar 2022 | 05:42
Lesezeit: 3 Min
„Vom Morgen bis zum Abend“ heißt das kürzlich erschienene Werk zum typischen Burgenländer-Schicksal –mit Gedichten der Autorin und früheren Tagespendlerin Dorothea Zeichmann.
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„Die Idee zu dem Buch ist entstanden, als ich 2017 in Pension gegangen bin“, erinnert sich Dorothea Zeichmann im BVZ-Gespräch. Davor war die 64-Jährige beruflich zwanzig Jahre Tag für Tag von Klingenbach nach Wien gependelt: „Inklusive U-Bahn-Fahrt war ich täglich drei Stunden unterwegs. Im Zug habe ich dann meine Gedichte geschrieben - auf Kroatisch und auf Deutsch.“

„Inklusive U-Bahn-Fahrt war ich täglich drei Stunden unterwegs. Im Zug habe ich dann meine Gedichte geschrieben - auf Kroatisch und auf Deutsch.“
Dorothea Zeichmann

Etliche dieser Werke seien eher melancholisch, so Zeichmann: „Vor allem im Spätherbst oder im Winter war es ja finster, als man aus dem Haus gegangen ist und ebenso, als man wieder heimkam. Ich habe aber immer versucht, dem Pendler-Dasein auch etwas Positives abzugewinnen , – nach dem Motto „carpe diem“, – sowie eine humorvolle und auch leicht ironische Note miteinzubringen.“

„Ich habe aber immer versucht, dem Pendler-Dasein auch etwas Positives abzugewinnen.“

Die Idee, ihre Gedichte in einem Pendlerbuch zu sammeln, fiel beim Vorsitzenden des Kroatischen Kultur- und Dokumentationszentrums (hkdc), Martin Ivancsics aus Zagersdorf, auf fruchtbaren Boden. „Wir hatten bereits zuvor zwei Bücher mit Dorothea Zeichmann gemacht, – sie ist jemand, der sozusagen hart an der Realität ist. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Landes hat sich die Thematik angeboten. Wir wollen mit diesem Buch jene Menschen in den Mittelpunkt stellen, die durch Jahrzehnte als Pendler und Pendlerinnen viel für unser Land geleistet haben und heute noch leisten“.

Für die Illustrationen des Buches konnte mit dem aus Eisenstadt stammenden Fotografen Manfred Horvath eine weitere bekannte Persönlichkeit gewonnen werden. Fakten über das burgenländische Pendlerwesen steuerten wiederum die AK-Mitarbeiterinnen Gabi Tremmel-Yakali und Ines Lukić-Zjajo bei.

„Pläne gibt es immer“

Das 160 Seiten umfassende Buch wurde von Bund und Land gefördert und ist beim hkdc in Eisenstadt sowie in den heimischen Buchhandlungen erhältlich. Sind bei Dorothea Zeichmann vielleicht auch schon weitere Projekte in der Warteschleife? „Pläne gibt es immer“, so die Autorin verschmitzt.

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