Gefahr durch Asbest: Dachreinigungsfirma verurteilt

Erstellt am 12. September 2022 | 05:43
Lesezeit: 2 Min
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Nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen dürfen Arbeiten an Eternitdächern stattfinden.
Foto: Symbolfoto: Logtnest, shutterstock.com
Unternehmer verurteilt, weil er bei Dachreinigungen fahrlässig die Umwelt verschmutzte und die Gesundheit gefährdete.
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Eine Firma mit Sitz im Bezirk Oberwart führte unsachgemäß Reinigungen bei Eternitdächern durch. Am Dienstag dieser Woche wurde der Chef der Firma verurteilt.

2013 hatte er mit zwei Hochdruckreinigern und einem Mitarbeiter zu arbeiten begonnen. „Ich wollte den Dreck vom Dach holen und dachte nicht, dass dabei Asbest freigesetzt wird“, sagte der 70-Jährige am ersten Prozesstag im Februar. Das Wasser, das er zum Reinigen verwendete, floss über Dachrinnen in den Kanal. Die Mitarbeiter trugen Gummischutzanzüge, Gummistiefel und Lackierermasken – wochenlang dieselben. Fallweise beanstandete das Arbeitsinspektorat ein Gerüst.

Knapp 400 Eternitdächer wurden seit 2013 im Burgenland, in der Steiermark und in Niederösterreich von Flechten und Moos befreit. Das ist verboten, erklärte ein Sachverständiger. Eternitdächer dürfen weder mit Hochdruckgeräten noch mit Dachwaschwägen gereinigt werden, weil dabei zu viele krebserregende Asbestfasern freigesetzt werden. Ein Eternitdach dürfe nur zerstörungsfrei rückgebaut werden. 2018 wurde die Firma von dem Nachbarn eines Kunden im Bezirk Oberwart angezeigt.

Im Juli 2021 wurde die BH Oberpullendorf über einen weiteren Fall der unsachgemäßen Dachreinigung verständigt. Die Behörde ließ das kontaminierte Gelände reinigen - die Rechnung von über 10.000 Euro ist noch immer offen.

Der Firmenchef wurde wegen fahrlässiger Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1440 Euro Geldstrafe unbedingt verurteilt. Er nahm das Urteil an.

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