„Eisenstadt einst & heute“, Teil 27: Brandkatastrophen. Die Landeshaupstadt hatte auch vor Corona schon einiges an Katastrophen gesehen, über Jahrhunderte hinweg verwüsteten mehrere Brände die Innenstadt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 26. Mai 2020 (05:47)

Brände waren früher wegen der offenen Feuer und der Beleuchtung durch Kerzen nicht ungewöhnlich. Da es keine Feuermauern zwischen den aneinander gebauten Häusern gab, breiteten sich Brände leichter aus als heutzutage.

1589 und 1602 brannte der Dachstuhl der Pfarrkirche, heute Dom, daher auch die Bezeichnung „Brandstatt“. 1704 brannten die Häuser im 1. Ghetto (zwischen Hauptstraße, Weigelgasse und Klostergasse – heute Haydngasse). 1744 brannten in der Hauptstraße zwölf Häuser, im Kirchenviertel 27 Häuser, in der Vorstadt sieben Häuser. 1768 starben zehn Personen bei Bränden in 141 Bürgerhäusern in der Klostergasse, dem Augustinerinnen- und dem Franziskanerkloster, dem städtische Bräuhaus und dem Rathaus. 1772 gab es einen großen Stadtbrand, 1776 brannten innerhalb von zwei Stunden 104 Häuser in der Altstadt, unter anderem auch das Haydn Haus. 1857 brach gegen 14 Uhr ein Brand unweit der Pfarrkirche aus, 22 Häuser vom Vicedom bis zum Stadttor und 20 Häuser und vier Scheunen in der Vorstadt sowie Getreide auf den Kirchäckern brannten ab.

1888 brannte die Bäckerei Fürst in der Hauptstraße, sowie die Häuser Nummer 27 bis 35 in der Pfarrgasse. Am 26. Juli 1904 stand ein Großteil der Stadt in Flammen: Hauptstraße, Pfarrgasse, Haydngasse und der Oberberg waren betroffen. Der letzte große Brand in Eisenstadt fand am 6.4.1995 in der „Erste Bank“ statt und vernichtete die gesamte Inneneinrichtung.

Und über eine Anekdote berichtet die Oberwarter Sonntagszeitung vom 6. März 1892 (Nr. 10/1892, Seite vier): „Ein Beitrag zur Feuer-Bespannungsfrage. Am 26. Februar war in Eisenstadt Feuer und dabei spielte sich eine recht hübsche Episode ab. Als der Ruf „Feuer“ gehört wurde, eilten zwei junge Männer zu dem auf dem Schloßplatze sich befindenen Lösch-Requisiten-Depot und schoben aus demselben eine Feuerspritze heraus, um sie auf dem Brandorte in Verwendung zu bringen. Doch wie dieselbe an Ort und Stelle bringen? Pferde, zum Weitertransporte, waren keine vorhanden und auch Männer fanden sich keine, da alle auf dem Brandorte beschäftigt waren. Da kam Hilfe von einer Seite, von der man sie am wenigsten erwartet hätte. Wie auf Kommando traten die eben um die Zeit auf dem Schloßplatze Grünzeug, Obst und Geflügel feilbietenden Weiber (dort ist nämlich am Montag und Freitag Wochenmarkt) zur Spritze und – fuhren dieselbe einmüthiglich auf den Hauptplatz.“