„Eisenstadt – einst und heute“ - Teil 30: Der „Sauzipf“. Die Liszt-Gasse hatte einst einen wesentlich weniger eleganten Namen. Früher stand dort ein Gasthaus, heute steht ist der Bundesländerhof am „Sauzipf“.

Von Hans Larnhof. Erstellt am 25. Juli 2020 (05:44)
Ein Bereich der heutigen Joseph-Haydn-Gasse erhielt aufgrund ihrer Form (Bild Mitte) einen originellen Namen: „Sauzipf“. 
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Die Verbindung zwischen Hauptstraße und Joseph-Haydn-Gasse ist heute die Franz-Liszt-Gasse vor dem Bundesländer-Hof. Diesen Namen erhielt die Gasse aber erst 1928. Davor hieß diese Gasse „Rosengassl“.

Und anstelle des Bundesländerhofes stand bis 1979 der Schwechaterhof, der 1924/25 von der Schwechater Brauerei als „Hotel, Gastwirtschaft und Kaffeehaus Weisse Rose“ errichtet wurde. Davor errichtete zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Donnerskirchner Tabaktrafikant Paul Wimmer ein Gasthaus.

Nach seinem Bankrott kaufte die Stadt 1816 von Paul Wimmer um 40.000 Gulden das Gebäude und richtete es als Einkehrgasthof „Zur weißen Rose“ ein.

Bis vor einigen Monaten sah dieser Kreuzungsbereich Joseph-Haydn-Gasse – Franz-Liszt-Gasse so aus (Bild r.), heute ist der Blick durch die Baustelle eingeschränkt.
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Durch Umbau im Jahr 1891 erhielt er diese Form. Ebenerdig befand sich die Gastwirtschaft, am Stock aber gab es neben bescheidenen Hotelzimmern einen schönen, mit Spiegeln geschmückten Saal, in dem verschiedene Feierlichkeiten und viele Bälle stattgefunden haben. Seit der Eröffnung des ersten Kinos in Eisenstadt im Jahr 1910 diente er auch als Kinosaal.

Auch nach dem Umbau durch die Schwechater Brauerei war das davor liegende Rosengassl eng und aufgrund der Baulichkeiten nicht gerade, sondern gekrümmt. Diese Krümmung und Enge veranlasste die Eisenstädter, diese Gasse in Anlehnung an das geringelte Schweinsschwanzl, „Sauzipf“ zu nennen.

Auch das Fest der 1000 Weine fand hier statt

Später wurde die Gartenmauer mit Tor abgerissen und es entstand ein Gastgarten und eine verbreiterte, gerade Franz-Liszt-Gasse. In diesem Garten des Schwechaterhofs fand seit 1964 einige Jahre lang die Burgenländische Weinkost als „Fest der 1.000 Weine“ statt, bevor sie zur Orangerie übersiedelte. Seit 2011 findet diese als „Wein- und Genusstage“ auf der Fußgeherzone und damit wieder näher am Ursprungsort statt. Nur heuer – coronabedingt – nicht.

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