„Eisenstadt – einst und heute“ - Teil 31: Dom-Orgel. Fast 250 Jahre ist die Orgel der Dompfarre schon alt.

Von Hans Larnhof. Erstellt am 25. September 2020 (03:34)
242 Jahre alt. Die Orgel im Eisenstädter Dom.
Dompfarre

1778 erbauten die Wiener Orgelbaumeister Leopold und Johann Gottfried Malleck mit Unterstützung durch Joseph Haydn eine 18-stimmige Orgel mit zwei Manualen. Sie gilt als Kleinod der Barockorgeln im gesamten süddeutschen Raum. Der Neubau war erforderlich, da die vorherige Orgel bei Umbauarbeiten stark beschädigt worden war. Kennzeichnend für das Instrument ist, dass die Eisenstädter Domorgel zwar einerseits noch barocke Elemente aufweist, vieles aber bereits auf eine sich im frühen 19. Jahrhundert endgültig durchsetzende Klangästhetik vorausweist.

Reparaturen waren bereits 1851 notwendig, 1889 wurde ein neues Windwerk eingebaut.

1944 wurde sie unter schwierigsten Bedingungen durch die Firma Karl Schuke, Berlin, erneuert und umgebaut. Für das praktische Musizieren wurde der Tonumfang erweitert, ebenso das ursprüngliche 12-Töne-Pedal auf ein solches mit 30 Tönen erweitert; das machte den Einbau von Zusatzladen (also Windladen, auf denen die Pfeifen stehen und die zur Luftversorgung dienen) und von eigenen Pedalladen hinter dem Hauptwerkscorpus nötig.

Im Jahre 1972 wurde auf Initiative von Domkapellmeister Harald Dreo der Plan gefasst, die Orgel zu restaurieren. Nach intensiven Vorarbeiten konnte 1973 der Auftrag zur Restaurierung der Firma Schuke, Berlin, übergeben werden. Die Demontage der zu restaurierenden Orgelteile begann im Herbst 1973. Sie wurden in die Werkstätten Alt-Schönow (Westberlin) und Hitzacker an der Elbe gebracht, dort überholt und repariert. Sie kamen im Frühjahr 1974 wieder nach Eisenstadt zurück. Schließlich wurde die Orgel 1992 einer Generalüberholung unterzogen.

Da sich der Zustand des Instruments zunehmend verschlechtert hatte, wurde ab 7. Jänner 2020 die Orgel bis auf das Gehäuse und das Windwerk abgetragen und alle mobilen Teile in die Werkstatt der Firma Schuke verbracht. Dort waren die Orgelbauer bis 21. Februar 2020 mit der Sanierung aller angelieferten Teile beschäftigt. In der Zwischenzeit wurden im Martinsdom die Erneuerung der Emporenpodien oder die Aufstellung der klimatisch notwendigen Trennwand hinter der Orgel vorgenommen.

Ab 24. Februar waren wieder die Orgelbauer am Zug. Nach dem technischen Wiederaufbau begann am 16. März die klangliche Arbeit (Nachintonation und Stimmung der insgesamt 1.060 Pfeifen). Am 28. März waren die Arbeiten beendet.