Kassenärztemangel: Maßnahmen der Krankenkasse. Die BVZ beschäftigt sich in dieser Serie mit dem Mangel an Kassenärzten und hier vor allem Kinderärzten. Thema heute: Wie die Krankenkasse gegenzusteuern versucht.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:57)
BGKK
Kasse. Günter Reiter ist stellvertretender Direktor der Burgenländischen Gebietskrankenkasse. Die BGKK versucht finanziell und infrastrukturell gegen zu steuern.

„Ja, dass es gerade in diesen Bereichen einen Mangel gibt, bereitet uns Sorgen“, spricht der stellvertretende Direktor der Burgenländischen Gebiets-Krankenkasse BGKK das Thema offen an. Gemeint sind Kinderheilkunde und Psychiatrie. Zwei Felder, die besonders bedeutsam für die Zukunft sind: Einerseits geht es um Kinder, andererseits mit der Psychiatrie um ein Feld mit besonders wachsenden Patientenzahlen.

Dass es gerade in diesen Bereichen immer weniger Fachärzte gibt, sei leider ein europaweiter Trend, sagt Reiter. Gynäkologen und Internisten gäbe es dafür genug. Wieso es da so krasse Unterschiede gibt? Das liegt für Reiter an der Ausbildung und Nachfrage. Bei letzterer gibt es einen Generationenwechsel: Jungärzten geht es weniger ums Geld (und die BGKK zahle reizvolle Niederlassungsprämien), sondern um die Work-Life-Balance. Die stimme für junge Menschen in Wien leider eher, wie hier schon zu lesen war.

Das Ende der Einzelkämpfer

Im vergangenen Teil dieser Serie (BVZ Nr. 23) meinten zwei Jungärzte, als niedergelassener Arzt sei man medizinisch wie bürokratisch alleingelassen. Reiter hofft hier auf eine Veränderung durch die Entwicklung im Bereich der Informatik. So können Buchhaltung und Rechnungswesen durch immer intelligentere Tools deutlich erleichtert bis gänzlich abgenommen werden. Zum medizinischen Aspekt mein Reiter: „Einzelkämpfer werden immer weniger.“

Die Zukunft liege daher in Gruppenpraxen, in der mehrere Mediziner zusammenarbeiten. Deren große Herausforderung wiederum wird die Wohnort-Nähe sein. Einer betagten Mörbischerin ist die Reise nach Eisenstadt nicht zumutbar. Musterbeispiele wie die Gruppenpraxis Raabtal geben hier aber Hoffnung.

Im letzten Teil unserer dreiteiligen Serie fragen wir in der kommenden Woche die Politik, wie man diesem Problem entgegensteuern kann.