Schottland muss warten: 2022 keine Highland Games in Donnerskirchen

Erstellt am 10. Juni 2022 | 04:17
Lesezeit: 3 Min
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Traurige Nachrichten für Schottland-Fans: Heuer finden in Donnerskirchen keine Highlandgames statt. Nun wird am Comeback 2023 gearbeitet.
Foto: zVg
Für heuer war das Comeback der Highland Games in Donnerskirchen nach der Corona-Pause geplant, doch daraus wird leider nichts. Fans des ungewöhnlichen schottischen Sport- und Kulturevents müssen sich bis 2023 gedulden.
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Männer mit Röcken, fliegende Baumstämme und Dudelsack-Musik: Die Highland Games in Donnerskirchen passen so gar nicht zur pannonischen Fest-Kultur , könnte man meinen. Seit der Premiere im Jahr 1997 findet das ungewöhnliche Sport- und Kulturevent in Donnerskirchen statt und wurde schnell zum Fixpunkt auch für jene, die mit schottischer Kultur eigentlich wenig am Hut haben.

„Wir sind leider zur Zeit einfach zu wenig Leute, um die gewohnte Qualität bieten zu können.“   Organisator Christian Gänsbacher

Schottischer Single Malt Whiskys von „Whisky Purbach“, Irisches Bier und Donnerskirchner Weine passen überraschenderweise doch gut zusammen, wie der Veranstalterverein Gordon Highlanders beweist. In den letzten zwei Jahren versalzte die Pandemie aber den Schottland-Fanatikern den Haggis, für heuer war das große Comeback geplant. Doch daraus wird leider nichts.

Als Grund nennt Organisator und Gordon Highlander-Gründer Christian Gänsbacher zu wenig helfende Hände: „Nur mit einem Rumpfteam können und wollen wir die Highland Games nicht durchboxen. Wir sind leider zur Zeit einfach zu wenig Leute, um die gewohnte Qualität bieten zu können. Da sagen wir schon lieber ab und warten ein Jahr länger, als einen billigen Abklatsch zu liefern.“

Den Vorstand schmerze diese Entscheidung am meisten, nichtsdestotrotz stecke man nun die gesamte Energie ins Comeback 2023. „Die Resonanz war schon heuer riesig, die Leute haben die Highland Games in den letzten beiden Jahren vermisst“, so Gänsbacher.

Die Gäste des Events reisen in der Regel zum Teil von weit her zu den Highland Games an, die Einheimischen seien da eher in der Unterzahl. „Das soll keine Kritik sein, das ist eben so“, ist Gänsbacher nicht beleidigt.

Auf etwas mehr helfende Hände aus der Gemeinde hätte er aber dennoch gehofft, denn Wertschätzung für das ungewöhnliche Event gebe es im Ort allemal, sind die Highlander überzeugt.

„Das ist wohl ein generelles Problem der Vereine. Als wir 1994 inoffiziell gegründet wurden, hatte das Vereins- und Dorfleben noch einen anderen Stellenwert“, teilen die Donnerskirchener Kilt-Träger das Leid vieler anderer Vereine. Die Pandemie hätte ihr Übriges dazu getan. „So ist das mit Vereinen: Wenn sich etwas tut, geht es bergauf. Wenn länger nichts passiert, wird es dagegen schwer“, analysiert Gänsbacher.

Von der „Jugend-Marotte“ zur Erfolgsgeschichte

2.500 Zuseher kommen im Schnitt zu den Highland Games nach Donnerskirchen, angefangen hat alles „als Jugend-Marotte“ Gänsbachers. Mit Gleichgesinnten sei es dann ab 1994 bergauf gegangen, bald fand sich eine 15-köpfige Dudelsack-Gruppe und die schottische Kultur fand Einzug in Donnerskirchen.

Seit 1997 suchten die Highlander dann jährlich in den Wettkampfdisziplinen Baumstammwerfen (Tossing the Caber), Seilziehen (Tug`o`´War), Fassrollen (Barrell Race), Wetttrinken (Down a Mug) und Eierwerfen (Throwing the Eggs) die stärksten Männer und Frauen. Das Siegerteam darf sich schließlich als „Highlanders of the Year“ feiern lassen.

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