Mehr Betten für Infizierte im Burgenland

Im Eisenstädter Allsportzentrum wurden 108 Betten für Corona-Patienten mit mildem Verlauf geschaffen, das Kurbad Bad Tatzmannsdorf beherbergt Quarantäne-Fälle.

Erstellt am 09. April 2020 | 04:09
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Notkrankenhaus. Im Eisenstädter Allsportzentrum stehen nun 108 Betten für milde Corona-Fälle bereit – als Ausweichmöglichkeit, wenn die Krankenhäuser voll sein sollten.
Foto: Denise Jandl

Das Burgenland rüstet sich weiter für den Kampf gegen die Corona-Epidemie. Wer zuhause keine Möglichkeit hat, eine angeordnete Quarantäne zu verbringen, für den stehen nun in der Kuranstalt Bad Tatzmannsdorf 15 Betten bereit. Und auch die Krankenhäuser bekamen Verstärkung gegen das Virus.

108 zusätzliche Betten für Corona-Kranke

Im Eisenstädter Allsportzentrum wurde eine Sporthalle zu einer Notkrankenanstalt für 108 Corona-Patienten umgebaut. Tritt der Ernstfall ein und die Betten der Krankenhäuser sind voll, werden Patienten hierher transferiert. Ausgelegt ist die von den Barmherzigen Brüdern betriebene Notanstalt für „krankenhauspflichtige“ Corona-Patienten, die keine intensivmedizinische Betreuung benötigen. Sollte es einem Patienten im Allsportzentrum schlechter gehen, kommt er natürlich in die Intensivstation eines Krankenhauses, hieß es aus dem Ordensspital auf Nachfrage der BVZ. Auch das Gerücht, dass im Allsportzentrum keine Masken für das Personal gäbe, verneint man dort. Beim Test am vergangenen Samstag erklärte Direktor Robert Maurer, dass 60 Pfleger und 20 Mediziner für eine eventuelle Inbetriebnahme kalkuliert sind.

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In länger nicht mehr gesehener „großkoalitionärer“ Eintracht gaben sich hier Thomas Steiner und Astrid Eisenkopf die Hand: Der ÖVP-Bürgermeister stellte die Anlage kostenfrei zur Verfügung („Eine Selbstverständlichkeit!“), die rote Landeshauptmann-Stellvertreterin nahm dankend an, hoffte aber, „dass wir diese Behandlungseinrichtung nicht so schnell brauchen werden.“

Bad Tatzmannsdorf mit erstem Patienten

Während im Eisenstädter Allsportzentrum zum Glück noch alle Betten leer sind, wird in der Kurbad AG Bad Tatzmannsdorf seit wenigen Tagen der erste CoViD-19-Patient betreut. In der Station Bad Tatzmannsdorf werden in Abstimmung mit den Landesbehörden jene Patienten aufgenommen, die positiv auf CoViD-19 getestet worden sind, keine Spitalsversorgung brauchen, aber aus gewissen Gründen nicht in Heimquarantäne bleiben können – etwa weil jemand, der zu einer Risikogruppe zählt, im selben Haushalt wohnt.

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CoViD-19-Station Bad Tatzmannsdorf. Medizinischer Leiter Tobias Conrad, Pflegeleiterin Susanne Ursli und Kurbad-Vorstandschef Leo Schneemann, der das fünfköpfige Team in Verwaltungsfragen unterstützt.
KRAGES

„Wichtig ist: Es entscheiden Ärzte und die zuständigen Behörden, wer in der Versorgungseinheit aufgenommen wird. Man kann sich sozusagen nicht selbst einweisen“, so Hans Peter Rucker — designierter interimistischer Geschäftsführer der KRAGES, der Mitte April wie geplant interimistisch die Geschäftsführung der KRAGES von Harald Keckeis übernimmt —

„wir werden die burgenländischen Spitäler jedenfalls entlasten, damit diese die schwereren Fälle versorgen können.“

Apropos Spitäler: Mittlerweile werden nicht nur in Oberpullendorf CoViD-19-Patienten betreut, sondern auch in den Krankenhäusern Güssing und Oberwart.